Stillende Mütter teilen die furchtbaren Kommentare, die sie sich jeden Tag anhören müssen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken
  • Stillen in der Öffentlichkeit ist noch immer tabuisiert
  • Eine Fotografin hat eine Fotoserie gemacht, um gegen Diskrimierung von stillenden Frauen zu kämpfen
  • Die Frauen erzählen über ihre negativen Erfahrungen

Eine bemerkenswerte Fotoserie bringt die heftige Kritik ans Licht, die Mütter ernten, wenn sie ihre Kinder in der Öffentlichkeit stillen.

Für die Reihe “Latched With Love” - zu deutsch “Mit Liebe an die Brust gelegt” - hat die Fotografin Nicki Kaylor aus Tennessee eine Gruppe von Müttern für ein Fotoshooting gewonnen. Auf den Fotos stillen sie ihre Kinder.

stillen

Credit: Nicki Kaylor Photography

Nahezu jede stillende Frau hat schon negative Reaktionen bekommen

Kaylor bat die Teilnehmer, Schilder mit den negativen Kommentaren zu schreiben, die sie während des Stillens von Fremden bekommen hatten, und diese beim Shooting in die Kamera zu halten.

stillen

Credit: Nicki Kaylor Photography

“Ich habe diese Reihe zusammengestellt, weil Mütter so oft dafür verurteilt werden, dass sie ihre Babys in der Öffentlichkeit stillen”, sagte Kaylor der HuffPost US. “Absolut keine Mutter sollte sich in der Öffentlichkeit dafür schämen, dass ihr Baby Hunger hat und sie es füttern muss.”

stillen

Credit: Nicki Kaylor Photography

Eine Bewegung gegen die Diskriminierung

Sie fügte hinzu: “Es soll einfach eine Geste sein, um zu zeigen, dass Stillen normal ist und dass es völlig okay ist, dein Baby in der Öffentlichkeit zu füttern, auch wenn du nichts hast, um dich zu bedecken.”

stillen

Credit: Nicki Kaylor Photography

Neun Teilnehmer erzählen ihre Geschichten

Kaylor hat die Teilnehmer gefunden, indem sie ein Facebook-Event mit dem Namen “Latched with Love” erstellte und alle ihre Follower darum bat, alle stillenden Mütter, die sie kannten, zu markieren.

stillen

Credit: Nicki Kaylor Photography

Am Ende fand sie neun Freiwillige, die Kommentare wie “Ist das dein Ernst?”, “Es ist einfacher, ihm ein Fläschchen zu geben” oder “Kannst du bitte ins Bad gehen?” gehört hatten.

Negative Kommentare sind wenig überraschend

Die Fotografin sagte, dass sie die Kommentare überhaupt nicht überrascht hätten. “Als ich selbst gestillt habe, bin ich auch verurteilt worden und habe die widerlichen Blicke selbst erlebt, die Müttern zugeworfen werden, wenn sie ihr Baby in der Öffentlichkeit füttern.”

Mehr zum Thema: Ehrlich und ungeschönt: Diese Fotos zeigen die Seite des Stillens, über die keiner spricht

stillen

Credit: Nicki Kaylor Photography

Kaylor, die drei Kinder hat, sagte der HuffPost US, dass sie ihrer ältesten Tochter Fläschen gegeben hätte, ihre beiden jüngsten Kinder aber gestillt hätte bis diese zwei Jahre alt waren.

stillen

Credit: Nicki Kaylor Photography

“Ich habe mich sehr unwohl dabei gefühlt, öffentlich zu stillen. So sollte sich wirklich keine Mutter fühlen, die ihr Kind ernährt”, sagte die Fotografin. Sie erinnerte sich dabei an das eine Mal, als sie einen Walmart an einem kalten Winterabend verließ, um ihr Kind im Auto zu füttern, anstatt einen Platz dafür im Geschäft zu suchen.

stillen

Credit: Nicki Kaylor Photography

Stillen sei normal, natürlich und schön

“Eine Mutter sollte keinen Umweg machen müssen, um ihr Kind heimlich zu füttern, weil sie Angst vor den unangebrachten Kommentaren oder den verurteilenden Blicken in der Öffentlichkeit hat”, fügte sie hinzu.

stillen

Credit: Nicki Kaylor Photography

Kaylor will mit ihren Fotos erreichen, dass Stillen etwas Normales wird. “Ich hoffe, dass jeder, der meine Fotoreihe sieht, zu der Erkenntnis gelangt, dass darauf einfach nur eine Mutter ist, die ihr Kind füttert und dass daran absolut nichts Falsches ist . Nichts, dass man missbilligen sollte. Es ist normal. Es natürlich. Es ist schön.”

Mehr zum Thema: Eine Frau gesteht, wie wenig Lust sie noch aufs Schwangersein hat - vielen gefällt das gar nicht

Dieser Text erschien zuerst in der HuffPost US und wurde von Marie-Theres Rüttiger aus dem Englischen übersetzt.

2017-06-20-1497957385-7066081-HuffPost1.pngErste Worte, erstes Durchschlafen - und der erste Kita-Platz: All das ist Thema in unserer Eltern-Gruppe bei Facebook. Meldet euch hier an.

(ame)

Korrektur anregen