Polizei fesselt Tochter von Unfallopfer an Laterne – Passanten lachen über weinende Frau

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HANDCUFFED WOMAN POLICE
Symbolbild | filo via Getty Images
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  • In Landshut fesselten Polizisten am Donnerstag eine Frau an eine Laterne
  • Die Frau habe die Ermittlungen an einer Unfallstelle gestört

Es sind Berichte, die fassungslos machen. Im bayerischen Landshut sollen Polizisten am Donnerstagabend eine Frau an eine Laterne gefesselt haben. Nicht jedoch etwa, weil sie ein Verbrechen begangen hatte. Die 45-Jährige soll die Arbeit der Polizisten gestört haben. Aus Sorge um ihren bei einem Unfall verletzten 76-jährigen Vater.

Wie "Der Westen“ (WAZ) berichtet, soll die Frau den Unfall ihres Vaters beobachtet haben – und sei zur Unfallstelle geeilt. Der Mann war auf einem Roller unterwegs und wurde an einer Kreuzung von einem Autofahrer erfasst.

"Ich habe da meinen Vater regungslos liegen gesehen“, schildert die Frau, die dem Unfallverursacher am Ort des Geschehens heftige Vorwürfe machte. "Ich habe ihn gefragt, was er denn für ein Spinner ist“, sagte sie dem örtlichen "Wochenblatt“.

Die eintreffende Polizei habe die Situation beruhigen wollen – offenbar ohne Erfolg. Die Konsequenz: Mit Handschellen fesselten sie die aufgebrachte Frau an einer Laterne nahe der Unfallstelle. Bilder, die der "WAZ“ vorliegen, zeigen, wie die Frau an der Laterne stehen muss, während Passanten sie beobachten.

Frau weinte: "Gefesselt wie am Marterpfahl"

Die Frau hat nun ihren Anwalt eingeschaltet. Der ist wütend. "Wie am Marterpfahl, das kann nur unrechtmäßig sein“, sagte er der Zeitung. "Demütigend und menschenunwürdig“ sei das Vorgehen der Beamten gewesen. Die Frau berichtete in der "TZ“, sie habe geweint, während Umstehende sich über sie lustig gemacht hätten. Dabei sei sie "keine durchgeknallte Frau, die man fesseln muss“.

Landshuts Polizeichef Helmut Eibensteiner gab zu, dass die Geschehnisse nicht "angenehm“ waren. Das Vorgehen der Polizei sei ungewöhnlich gewesen. Die Frau sei aber mehrfach aufgefordert worden, zu gehen. "Als der Verletzte versorgt war, wurde sie auch sofort wieder befreit.“

In einem Punkt widerspricht er der Frau vehement. Die berichtet davon, 20 Minuten gefesselt gewesen zu sein. Er beteuert: Nach fünf bis sechs Minuten hätten die Beamten sie wieder befreit.

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(mf)

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