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07/08/2017 17:35 CEST | Aktualisiert 07/08/2017 19:22 CEST

Kulmbach will Flüchtlinge offenbar vom Stadtfest fernhalten - mit einer absurden Maßnahme

Holger Leue via Getty Images
Jedes Jahr findet in Kulmbach das Bierfest statt

  • Im bayerischen Kulmbach werden Flüchtlinge für die Dauer des Bierfests in "Ferien" geschickt

  • Zufall oder Angst vor Übergriffen?

  • Die Stadt schweigt dazu

In Kulmbach steht jedes Jahr Ende Juli alles im Zeichen des Biers. In diesem Jahr fand das Bierfest in der bayerischen 27.00-Einwohner-Stadt vom 29. Juli bis zum 6. August statt.

Doch nicht alle Kulmbacher durften offenbar dabeisein.

20 Flüchtlinge, die in der Stadt leben, sollen für diesen Zeitraum in den "Urlaub" geschickt worden sein - in eine 100 Kilometer entfernte Jugendherberge. Zufall oder Angst für Übergriffen?

Dieser Frage ist das "Sat.1-Frühstücksfernsehen" nachgegangen.

"Die sollen auch unsere Feste kennen lernen", sagt ein junger Kulmbacher

Die Stadt selbst wollte die Vermutung auf Nachfrage des Fernsehsenders nicht bestätigen und spricht von einer "betreuten Ferienfreizeit".

Ein Nachbar, der in der Nähe der Flüchtlingsunterkunft wohnt, sagte dem Sender: "Wenn die die weggeschafft haben, wegen dem Bierfest, dann finde ich das unmöglich."

Auch auf dem Fest selbst zeigen sich die Kulmbacher irritiert. "Die sollen auch unsere Feste kennenlernen", sagt ein junger Mann.

"Nein, man muss die nicht wegbringen. Aus welchem Grund? Ich habe da nichts dagegen, dass die da sind", sagt ein anderer.

Ob der "Urlaub" der Flüchtlinge tatsächlich eine Sicherheitsmaßnahme ist, bleibt offen. Einen komischen Beigeschmack behält die Termin-Kollision mit dem Stadtfest jedenfalls.

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(jds)