Neue Regeln im Weißen Haus: Trumps Stabschef will verhindern, dass Mitarbeiter mit dem Präsidenten reden

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JOHN KELLY
Neue Regeln im Weißen Haus: Trumps Stabschef will verhindern, dass Mitarbeiter mit dem Präsidenten reden | Getty
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  • Trumps neuer Stabschef Kelly hat laut einem Bericht drei neue Regeln für die Mitarbeiter im Weißen Haus eingeführt
  • Kelly will für mehr Disziplin sorgen
  • Auch auf seiner Verbotsliste: Plaudereien mit dem Präsidenten

Ex-General John Kelly soll aufräumen im Weißen Haus. Seit einer Woche ist der 67-Jährige der Stabschef von Donald Trump. Als erste Amtshandlung soll er gleich den extravaganten Kommunikationschef Anthony Scaramucci verjagt haben.

Auch sonst bemüht sich Kelly, für mehr Disziplin im Weißen Haus zu sorgen. Intern sollen ihn die Mitarbeiter nur noch "den General" nennen, berichtete das "Wall Street Journal" kürzlich.

Das liegt wohl auch den neuen Verhaltensregeln, die Kelly eingeführt hat. Über drei Regeln berichtete das "Wall Street Journal":

1. Kein Herumlungern vor dem Oval Office

In der Vergangenheit trieben sich Mitarbeiter häufig vor der offenen Tür des Oval Offices herum - in der Hoffnung, vom Präsidenten erspäht und hereingebeten zu werden. Die Tür sei nun geschlossen, berichtete das "Wall Street Journal".

Kelly versucht, den Zugang zu Trump zu kontrollieren. Offenbar auch, um Trump zu konzentriertem Arbeiten zu bringen.

Laut einer Person, die häufig mit dem Präsidenten spreche, liebe Trump den Trubel und das Chaos im Weißen Haus. "Das Problem hier ist", zitiert das "Wall Street Journal" den Mitarbeiter, "dass er niemanden zum Reden haben und frustriert sein wird."

Seine düstere Prognose: "Ich gebe General Kelly vier Monate."

2. Keine abschweifenden Gespräche

Eine weitere Neigung des Präsidenten: bei Gesprächen abzuschweifen. In Interviews reiht Trump gerne Erzählungen aneinander, die nicht unbedingt in Verbindung zueinander stehen.

Auch für die Gespräche gilt nun aber offenbar: keine themenfernen Plaudereien.

In der vergangenen Woche habe Kelly höchstpersönlich zwei Mitarbeiter aus dem Raum geworfen, als sie während des Gesprächs eine eigene Debatte angefangen hätten. Kelly habe ihnen mitgeteilt, sie könnten zurückkehren, sobald sie ihre Differenzen geklärt hätten.

3. Alle berichten Kelly

Auch für die Familie des Präsidenten habe die Ernennung von Kelly nun Konsequenzen, berichtet das "Wall Street Journal". Die Mitarbeiter von Tochter Ivanka Trump und ihrem Ehemann Jared Kushner müssten nun direkt an Kelly berichten - statt wie zuvor dem Präsidenten oder seinem Chefstrategen Steve Bannon.

Kelly, ein Mann des Militärs, führt offenbar eine strenge Hierachie ein.

Mehr zum Thema: Die neuen Herrscher im Weißen Haus: Wie drei Generäle Trumps Präsidentschaft retten könnten

Kann Kelly für Ruhe im Weißen Haus sorgen?

Die Mitarbeiter seien erleichtert über die neue Führung im Weißen Haus, sagte der Republikaner Newt Gingrich gegenüber dem "Wall Street Journal". Fraglich ist aber trotzdem, wie lange die Disziplin im Weißen Haus anhält - und wie lange Kelly in seinem Amt verbleibt.

Trump wechselte in seinem Wahlkampf-Team drei Mal die Führung aus.

Auch die Leaks - also das Durchstehen von sensiblen Informationen - geschehen weiterhin. Am Donnerstag hatte die "Washington Post" Mitschriften von Trumps Telefonaten mit dem mexikanischen Präsidenten Enrique Pena Nieto und dem australischen Ministerpräsidenten Malcolm Turnbull veröffentlicht.

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(ujo)

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