Trump hat die Sendung "Real News" gestartet - Zuschauer fühlen sich an Nordkoreas Staatsfernsehen erinnert

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Donald Trump bringt eigenen Sender "Real News" heraus – und erinnert damit an die Propaganda Nordkoreas | Getty
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  • US-Präsident Donald Trump hat nun eine eigene "Nachrichtensendung"
  • Kritiker erinnert das Format namens "Real News" an das nordkoreanische Staatsfernsehen

Mit einem neuen Medienformat namens “Real News” will Donald Trump einen kleinen Sieg über die Mainstream-Medien erringen. Die frühere CNN-Moderatorin Kayleigh McEnany soll in den Videos durch die Welt des amerikanischen Präsidenten führen.

In den Clips, die direkt im Trump Tower aufgenommen werden, berichtet die 29-Jährige über die politische Agenda in Washington, den Arbeitsmarkt, die Wirtschaft, über Immigration und Veteranen.

Unerwähnt bleiben: die Russland-Affäre, die Sonderermittlungen gegen Trump oder sein gebrochenes Versprechen, keinen Urlaub zu machen.

Mit den Worten “Vielen Dank fürs Zuschauen. Ich bin Kayleigh McEnany und das sind die 'Real News'" moderierte sie die zweite Episode der Show am Sonntag ab. Zu sehen ist die Sendung auf der Facebook-Seite des US-Präsidenten.

Trumps Nachrichtensendung erntet Spott im Internet

Vergangene Woche erschien "Real News" zum ersten Mal. Kritiker verglichen die Sendung mit dem nordkoreanischen Staatsfernsehen.

Zwar trägt McEnany noch keinen pinken Kimono wie die Nordkoreanerin Ri Chun-Hee. Doch für Trump-Gegner sind die Parallelen offensichtlich.

Ein Twitter-Nutzer teilte ein Bild von "Real News" unter einem Bild nordkoreanische Staatsfernsehens.

Der Stanford-Professor Michael McFaul twitterte: "Wow. Fühlt sich so unheimlich an wie viele Sender, die ich in anderen Ländern gesehen habe und die dem Staat gehören."

Die "Washington Post" kommentierte: "Trumps 'echte Nachrichten' klingen wie echte Propaganda".

Trump vs. Medien

Der Fairness halber muss man sagen: Auch die deutsche Bundesregierung hat einen eigenen Podcast, um über ihre Projekte zu informieren.

Der Name der Sendung, "Real News", verdeutlicht aber die Stoßrichtung von Trumps Sendung: den Mainstream-Medien die Deutungshoheit abzujagen.

Immer wieder wettert US-Präsident Trump auf Twitter über die "Fake News" der großen US-Medien, er sieht sich und seine Präsidentschaft falsch dargestellt. Auch am Montag schimpfte Trump auf Twitter: "Mit den 'Fake News' rund um die Uhr auf CNN, ABC, NBC, CBS, 'New York Times' und 'Washington Post' ist es schwer zu glauben, die Trump-Anhängerschaft wird stärker."

Es sind die konstanten Attacken auf unliebsame Fernsehsender und Zeitungen, die den "Real News" so einen schalen Beigeschmack geben. Hinzukommt auch die Besetzung der Show. Denn auch die eigene Familie wird dafür eingespannt.

Mehr zum Thema: Wie liberale US-Medien versuchen, Donald Trump loszuwerden – und rechte Medien ihn retten wollen

Meine Schwiegertochter, die Nachrichten und ich

Schwiegertochter Lara Trump berichtete vor zwei Wochen in einem ersten "Real News"-Video von den positiven Entwicklungen unter Trump. Der Präsident teilte die zweiminütige Aufnahme mit der Aufforderung, sie anzusehen, "um die echten Nachrichten zu erfahren".

Nun moderiert Ex-CNN-Mitarbeiterin McEnany die Videos. Sie selbst bezeichnet sich als “Christin" und als "konservativ”. Ihren Wechsel von CNN zum Trump-Lager hatte sie erst am Samstag verkündet.

Bereits während seines Wahlkampfes beschwerte sich Trump immer wieder über die angeblich einseitige Berichterstattung der US-Medien. Sie würden den Wahlkampf manipulieren, warf er ihnen vor.

Schon damals zirkulierte das Gerücht, Trump wolle seinen eigenen Nachrichtensender gründen.

Nun scheint es, dass Trump mit den "Real News" ein Mittel gefunden hat, um gegen die liberalen Medien anzukämpfen.

Dieser Artikel erschien zuerst bei der HuffPost USA und wurde von Andreas Marx übersetzt und editiert.

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