Der Bürgermeister von Palma erklärt, welche Deutschen er auf seiner Insel haben will - und welche nicht

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  • Palmas Bürgermeister Antoni Noguera will seine Stadt vom Ballermann-Image befreien
  • Vor allem einige deutsche Touristen sind ihm ein Dorn im Auge - nämlich dann, wenn sie sich nicht benehmen
  • Oben im Video seht ihr die wütende Botschaft, die der Bürgermeister an den deutschen "Abschaum" hat

Der neue Bürgermeister der mallorquinischen Hauptstadt Palma will durchgreifen. Antoni Noguera stört sich am Ballermann-Image seiner Stadt - und auch an deutschen "Sauf-Touristen".

"Der Abschaum, der uns geschickt wird, ist nicht angenehm", sagte Noguera gegenüber der "Mallorca Zeitung", nachdem sich deutsche Touristen am Strand von Palma geprügelt hatten.

Für die Aussage erhielt der Bürgermeister, der seit einem Monat im Amt ist, viel Kritik. Im "Spiegel" stellt Noguera nun klar, welche Deutschen er auf der Insel haben will - und welche nicht.

"Diese kleine Minderheit ist nicht willkommen"

Der Abschaum, das sagt Noguera gleich zu Beginn des Gesprächs, sei nur "eine Minderheit". "Die deutschen Touristen sind wichtig auf Mallorca", sagt er. "Aber die­se klei­ne Min­der­heit, die sich hier am Strand von Pal­ma da­ne­ben­be­nimmt, die­se Deut­schen sind nicht will­kom­men."

Gemeint sind also all jene Touristen, die vor allem zum Trinken nach Mallorca kommen - und die sich nicht an die Regeln und Gesetze halten. "Deut­sche Tou­ris­ten sind will­kom­men, wenn sie sich hier be­neh­men", sagt Noguera.

Gewalttätige und besoffene Männer - denen gegenüber zeige seine Stadt nun keine Toleranz mehr.

Weg vom Ballermann-Image

In der Vergangenheit hatten mehrere Vorfälle auf Mallorca für negative Schlagzeilen gesorgt. In einem Lokal hissten Deutsche die Reichkriegsflagge, brüllten fremdenfeindliche Parolen und bedrängten Frauen. Immer wieder kommt es auch zu Prügeleien.

Noguera war angetreten, das Image seiner Stadt zu verbessern. Auch eine Bürgerinitiative protestiert seit einigen Wochen in Palma gegen das Ausmaß des Tourismus. Die Aktivisten klebten Plakate mit der Aufschrift "geschlossen" an die Eingangstüren von Gebäuden.

Laut Noguera sei es auch im Interesse der Deutschen, dass seine Stadt härter gegen Touristen vorgehe, die sich nicht benehmen könnten.

Denn eine Minderheit der Deutschen vermittle mit ihren Taten auf Mallorca ein Bild der Bundesrepublik, "an dem die Mehrheit der Deutschen nicht interessiert sein dürfte".

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(ujo)

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