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05/08/2017 13:09 CEST | Aktualisiert 05/08/2017 14:31 CEST

Luftverpester-Ranking: Das ist das dreckigste Auto Deutschlands

Kichigin via Getty Images
Größter Luftverpester des Landes: Das ist das dreckigste Auto Deutschlands

  • Die Deutsche Umwelthilfe hat die Abgaswerte von 75 Diesel-Autos gemessen

  • Das Ergebnis: der Audi A8 L 4.2 TDI ist das schmutzigste Auto - der Wagen übersteigt massiv die Abgasnormen

Betagte Diesel verpesten die Luft in unseren Städten. Doch es sind nicht nur die alten Diesel-Autos, die für dicke Luft sorgen - sondern auch neue Modelle. Das zeigt eine Liste der "Bild"-Zeitung von dieser Woche.

Auch die neuesten Modelle der Autokonzerne überschreiten demnach die Grenzwerte für Stickoixide (Nox) deutlich. Die "Bild"-Zeitung ließ dazu 75 Diesel-Pkw von der Deutschen Umwelthilfe testen.

Das Ergebnis: Das dreckigste Auto des Tests ist der Audi A8 L 4.2 TDI. Im Straßentest der Umwelthilfe erreicht der Wagen mit der Abgasstufe Euro 6 einen Wert von 1422 Nox für jeden gefahrenen Kilometer. Der Grenzwert liegt wohlgemerkt bei 80 Nox pro Kilometer.

audi a8

Die Präsentation des neuen Audi A8 im Juli in Barcelona.

Es folgen der Fiat 500X 2.0, der Renault Capture 1.5 dCi und der Landrover Discovery Sport HSE TD4.

Der schmutzigste Diesel Deutschlands

"Die Liste zeigt, dass die Grenzwerte massenhaft und dramatisch selbst von neuen Modellen überschritten werden. Das ist schlicht nicht zu akzeptieren!", sagte Verkehrsexperte Axel Friedrich gegenüber der "Bild".

Die VW-Tochter Audi ist auch vom Diesel-Skandal betroffen. Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung", des NDR und des WDR soll Audi-Chef Rupert Stadler seine Mitarbeiter sogar angewiesen haben, den Behörden in den USA Informationen über Abgas-Manipulationen verheimlicht zu haben.

Die Umwelthilfe warf Audi bereits im Juni vor, mit dem A8 den "schmutzigsten Diesel" im Angebot zu haben. Der Wagen habe von allen bisher getesteten Fahrzeugen die höchsten Stickoxid-Emissionen aufgewiesen.

Besonders pikant ist auch: Der Audi A8 mit Diesel-Motor wird von vielen Spitzenpolitikern als Dienstauto gefahren.

Braucht es Fahrverbote?

Für die Umwelthilfe zeigt der Test vor allem eines: Wenn selbst die neuesten Diesel-Modelle die Abgasnormen massiv überschreiten, werden freiwillige Software-Updates nicht ausreichen, um die Luft in den deutschen Städten zu verbessern.

"Audi-Chef Stadler liefert das beste Argument dafür, dass es keine Ausnahme von Diesel-Fahrverboten für Autos der aktuellen Abgasstufe Euro 6 geben darf", kritisierte Umwelthilfe-Geschäftsführer Jürgen Resch.

Software-Updates waren das Ergebnis des Diesel-Gipfels am Mittwoch. Die Umwelthilfe fordert dagegen Fahrverbote für Diesel-Autos.

Mehr zum Thema: Wie die Autoindustrie die Politik beim Diesel-Gipfel vorgeführt hat

Mit Material der dpa.

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(ujo)

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