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04/08/2017 22:04 CEST | Aktualisiert 05/08/2017 11:40 CEST

Schlechter Stil: So peinlich reagiert die SPD auf den Zusammenbruch der niedersächsischen Regierung

  • Die rot-grüne Regierung in Niedersachsen hat überraschend ihre Mehrheit verloren - wegen des Fraktionsaustritt einer einzelnen Abgeordneten

  • Besonders die SPD ist darüber sichtlich sauer - und hat das auf eine peinliche Weise gezeigt

Es war kein guter Tag für die SPD. Der Machtverlust in Niedersachsen kam aus dem Nichts: Die Grünen-Abgeordnete Elke Twesten war spontan zur CDU übergelaufen - und hatte so dem rot-gründen Regierungsbündnis in Hannover die Mehrheit geraubt.

Entsprechend erbost waren die Reaktionen aus den Reihen der Sozialdemokraten. "Wenn eine Abgeordnete des niedersächsischen Landtags aus ausschließlich eigennützigen Gründen die Fraktion wechselt und damit die von den Wählern gewollte Mehrheit verändert, halte ich das persönlich für unsäglich und ich halte das für sehr schädlich für die Demokratie", sagte Niedersachsen Ministerpräsident Stephan Weil.

SPD-Generalsekretär Hubertus Heil nannte den Austritt der grünen Abgeordneten aus ihrer Fraktion einen Versuch, "den Wählerwillen in Niedersachsen zu verfälschen".

Viel Frust also in der SPD - und der brach sich am Freitagabend auf Twitter auch in peinlicher Weise Bahn.

"Das neue, glaubwürdige Gesicht der CDU"

Und zwar auf dem offiziellem Account des Parteivorstandes - und in Form einer persönlichen Attacke auf Elke Twesten. "Machtwille statt Wählerwille: So schafft man Vertrauen in die Politik. Nicht", schrieb die SPD. Dazu ein Bild von Twesten in totaler Nahaufnahme. Darüber ein Banner: "Das neue, glaubwürdige Gesicht der CDU."

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Quelle: Screenshot/Twitter

Die Reaktionen auf die Attacke fielen dann auch äußerst negativ aus. "Sehr niveaulos", "schämt euch" und "unterste Schublade" waren unter dem Post zu lesen. Marc Etzold, Journalist bei der "Wirtschaftswoche", twitterte: "Wow - ein neuer Tiefpunkt im SPD-Wahlkampf. Wie unfassbar peinlich."

UPDATE: Die SPD hat den umstrittenen Tweet mittlerweile gelöscht.

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(ll)

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