Eier-Skandal: Aldi nimmt sämtliche Eier aus dem Verkauf

Veröffentlicht: Aktualisiert:
ALDI
Kunde an einem Aldi-Supermarkt | Suzanne Plunkett / Reuters
Drucken
  • Der Eier-Skandal in Deutschland weitet sich aus
  • Aldi hat sämtliche Eier aus dem Sortiment genommen

Im Skandal um giftbelastete Eier nehmen Aldi Süd und Aldi Nord deutschlandweit sämtliche Eier aus dem Verkauf. Das teilten die Unternehmensgruppen am Freitag mit.

Grund ist der Skandal um eine Belastung von Eiern mit dem Gift Fipronil. Es ist Bestandteil des Mittels Dega 16 zur Bekämpfung von Milben und Läusen und wurde in den Niederlanden in der Hühnerhaltung eingesetzt. Belastete Eier sind auch in Deutschland in den Handel gelangt - darunter Bio-Eier.

Minister: Höhepunkt des Skandals noch nicht erreicht

Nach Angaben des niedersächsischen Agrarministers Christian Meyer (Grüne) wurden weitaus mehr belastete Eier aus den Niederlanden in Deutschland verkauft als bislang bekannt. Nach neuesten Informationen handele es sich nicht nur um drei Millionen, sondern um zehn Millionen Eier, sagte Meyer am Freitagmorgen im ZDF.

Der Höhepunkt des Gifteier-Skandals sei noch nicht erreicht. Bislang gebe es zwar keine Hinweise, dass auch von Hühnerfleisch eine Gesundheitsgefahr ausgehe. "Aber wir untersuchen auch das jetzt." Produkte, in denen Eier verarbeitet wurden, würden ebenfalls unter die Lupe genommen.

Am Donnerstagabend hatte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) in Berlin mitgeteilt, dass mittlerweile von zwölf betroffenen Bundesländern auszugehen sei. Eine Schlüsselrolle hätten Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Die Lage sei "unter Kontrolle", es gebe aber "noch keine Entwarnung". Warenströme würden untersucht, auch für Produkte mit verarbeiteten Eiern.

Auch andere Discounter und Supermärkte haben reagiert

Am Donnerstag hatte Lidl den Verkauf von Eiern aus Betrieben unter Fipronil-Verdacht gestoppt. Sämtliche Eier von Höfen, auf denen das Milbenbekämpfungsmittel Dega 16 eingesetzt wurde, seien "unverzüglich aus dem Verkauf genommen" worden, teilte Lidl mit.

Rewe und seine Discounttochter Penny hatten am Mittwoch mitgeteilt, Eier aus den Niederlanden - "also diejenigen, die mit NL geprintet sind" - vorsorglich komplett aus dem Verkauf zu nehmen.

Edeka sieht bisher keine Veranlassung, etwas aus dem Regal zu nehmen. "Die Eier unserer Edeka-Eigenmarken stammen ausschließlich aus Deutschland", erklärte ein Sprecher. "Aktuell stehen wir mit unseren Lieferanten und den zuständigen Behörden in einem engen Austausch. Bislang liegen uns keine Nachweise von Fipronil bei Edeka vor."

Fipronil erst in sehr hohen Dosierungen massiv gesundheitsschädlich

Nach Angaben des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt es vorerst keine Befunde für einen möglicherweise gesundheitsschädlichen Gehalt an Fipronil pro Kilogramm Ei. Bisher vorliegende Daten lägen "um einen Faktor zehn unterhalb" des kritischen Werts, bis zu dem eine Gefährdung für Erwachsene wie Kinder unwahrscheinlich sei.

In höheren Dosen kann Fipronil bei Menschen Haut und Augen reizen sowie Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen verursachen. Erst in relativ hohen Dosen kann es tödlich werden, berichtet die "Apotheker-Zeitung".

KORREKTUR: In einer früheren Version des Textes wurde beschrieben, dass der Verzehr von mit Fipronil belasteten Eiern potenziell tödlich ist. Das ist nach aktuellen Wissenstand nicht so.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(sk)

Korrektur anregen