Ein österreichisches Schwimmbad erklärt, wieso Burkinis cool sind - die Gäste flippen aus

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  • Ein österreichisches Schwimmbad setzt sich gegen Diskriminierung gegen Muslimas ein
  • Überraschende Kritik kommt von einem Grünen-Politiker
  • Sein Facebook-Post hatte Diskussionen im Internet ausgelöst

Badebekleidung hat schon oft zu Diskussionen geführt. Vor 70 Jahren war es der Bikini, da er zu viel Haut zeigt. Nun ist es der Burkini. Weil er zu wenig Haut zeigt?

Ein Schwimmbad im österreichischen Leoning hat einen Aushang gemacht, um sich für die Burkinis und damit gegen Diskriminierung einzusetzen. Seitdem wird der Aushang kontrovers diskutiert.

Der Aushang bittet die Gäste um Verständnis für Burkinis

Darauf sind drei Frauen in Burkinis zu sehen. Darunter wird erklärt, dass dies eine Form der Badebekleidung ist und eben Burkini genannt wird.

“Er wurde entwickelt, um muslimischen Frauen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben in Bädern und an Seen zu ermöglichen”, steht dort weiter.

Außerdem: “Um die Gleichbehandlung zu wahren ist, wie auch in anderen Freibädern Österreichs, das Tragen und Schwimmen mit Burkini nicht verboten. Wir bitten dazu um Verständnis!”

Offenbar reagierte das Schwimmbad auf Kritik von Badegästen mit dieser Geste gegen Diskriminierung.

Unterdrückt der Burkini die Frauen?

Doch nicht alle scheinen dieser Meinung zu sein und sehen im Burkini ein Instrument der Unterdrückung.

Ein türkischstämmiger österreichischer Grünen-Politiker teilte ein Bild des Aushangs auf seiner Facebook-Seite. Er schrieb dort nicht etwa etwas Unterstützendes, wie man es erwarten könnte, sondern: “Wer ist politisch für so einen Schwachsinn verantwortlich? Da versuchen uns einige krampfhaft Diskriminierung als Gleichberechtigung zu verkaufen.”

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Auch viele andere Facebook-Nutzer pflichteten ihm bei. Einer kommentierte den Beitrag einer Nutzerin, die fragte, was die Aufregung solle, damit, dass der Burkini Propaganda für ein verwerfliches Frauen- und Menschenbild sei.

Weitere User können es nicht verstehen, warum sie Burkinis tolerieren sollten und warum ein Kleidungsstück dabei helfe, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

“Warum schafft es jede andere Religion am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, ganz ohne so ein Drama daraus zu machen?”, schreibt einer.

Der Politiker bestätige Vorurteile gegen Muslimas

Einige sehen den Politiker bei der falschen Partei und bedauern dies.

Ein anderer verteidigt den Aushang und wirft dem Politiker vor, Vorurteile zu bestätigen, nach denen Muslimas, die Kopftuch oder Burkini tragen, alle dazu gezwungen würden.

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“Lieber Herr Dönmez, tut mir leid aber das, was sie hier machen, ist einfach nur abgrundtiefe Vorurteile gegen die Musliminnen zu bestätigen”, kommentiert er. Er wirft ihm vor, Politik für die rechte FPÖ zu machen.

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(ame)

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