Diesel-Skandal: Audi-Chef Stadler soll Mitarbeiter angewiesen haben, Informationen zu verheimlichen

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Diesel-Skandal: Audi-Chef Stadler soll Mitarbeiter angewiesen haben, Informationen zu verheimlichen | Denis Balibouse / Reuters
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  • Schwere Vorwürfe gegen Audi-Chef Rupert Stadler im Diesel-Skandal
  • Er soll Mitarbeiter angewiesen haben, Behörden der USA und der EU Informationen zu verheimlichen
  • Manipulationen im Umgang mit dem Abgasreiniger Adblue seien verschwiegen worden

Die Autokonzerne geben im Diesel-Skandal weiter eine schlechte Figur ab. Dem Vorwurf millionenfachen Betrugs und von Kartellabsprachen wird mit Mauscheleien und Verweigerung begegnet.

Und, so berichten es "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR, wohl auch mit bewusster Täuschung. Zumindest im Fall von Audi-Chef Rupert Stadler.

Der soll demnach persönlich angeordnet haben, dass den US-Umweltbehörden EPA und CARB bei einer Besprechung im November 2015 Manipulationen im Umgang mit dem Abgasreiniger Adblue verschwiegen wurden. Adblue ist ein Gemisch aus Harnstoff und Wasser, das den Ausstoß von gesundheitsschädlichem Stickoxiden sinken lässt.

Audi hat in den USA gegen das Gesetz verstoßen

Laut SZ, NDR und WDR haben Mitarbeiter von Audi Ermittlern gegenüber zugegeben, dass den US-Behörden wesentliche Informationen enthalten worden seien. Demzufolge soll Stadler zusammen mit einem weiteren Manager auf einem internen Treffen angeordnet haben, eine Präsentation über mögliche Manipulationen bei Abgaswerten durch Audi stark zu kürzen.

Den US-Behörden sei verschwiegen worden, dass Audi eine Technik entwickelt habe, um den Verbrauch von Adblue zu deckeln, um Kunden ein häufiges Nachfüllen zu ersparen. Dazu sei bei Diesel-Fahrzeugen die Abgasreinigung zeitweise ausgeschaltet worden. Damit habe auch Audi in den USA gegen das Gesetz verstoßen worden.

Erst nach und nach habe der Autohersteller seine illegalen Praktiken offengelegt.

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(ll)

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