Tübingens Bürgermeister Palmer will bei seiner Buchpräsentation jede Frage beantworten - nur bei einer blockt er ab

Veröffentlicht: Aktualisiert:
PALMER
Tübingens Bürgermeister Palmer will bei seiner Buchpräsentation jede Frage beantworten - nur bei einer blockt er ab | dpa
Drucken
  • Der umstrittene Grünen-Politiker Boris Palmer hat in Berlin sein neues Buch vorgestellt
  • Auf eine Frage einer Journalistin wollte er nicht eingehen

Es kommt nicht oft vor, dass Boris Palmer nichts mehr zu sagen hat.

Der Grünen-Politiker aus Tübingen ist einer der bekanntesten Bürgermeister Deutschlands, weil er sich immer wieder mit strittigen Wortmeldungen in die Asyldebatte eingeschaltet hat, zuletzt zu den Übergriffen in Schorndorf.

Rund 60.000 Facebook-Posts will er nach eigenen Angaben in den vergangenen fünf Jahren geschrieben haben. Und die haben ihn zu einem der umstrittensten Politiker in seiner Partei gemacht. Zuspruch bekommt er fast nur von der AfD.

Palmer hat nun gar ein Buch zum Thema Integration geschrieben. "Wir können nicht allen helfen“, heißt es. Und in Berlin stellte Tübingens Oberbürgermeister es am Donnerstagvormittag gemeinsam mit CDU-Vize Julia Klöckner vor.

"Welche Angriffe haben Sie am meisten verletzt?"

Palmer beantwortete dabei auch geduldig die Fragen der Journalisten. Auf den Punkt, schnell – Palmer weiß nach Hunderten Talkshowauftritten, Interviews und Statements, wie man mit Medien reden muss.

Nur auf eine Frage wollte er nicht eingehen. "BZ"-Reporterin Ulrike Ruppel fragt den Grünen-Politiker:

"Von wem in Ihrer Partei bekommen Sie am meisten Zuspruch und welche Angriffe haben Sie am meisten verletzt? Vielleicht spielt da auch das Thema Freundschaft eine Rolle.“

Nicht nur sein Freundeskreis werde immer kleiner, seit er sich in der Asyldebatte äußert. Selbst Familienmitglieder schnitten ihn, heißt es in einem Portrait der "Welt" über ihn.

Palmer antwortete zunächst, dass er vor allem von der kommunalen Parteibasis Unterstützung erhalte, darunter seien auch viele Grüne, die aber in der Öffentlichkeit eher unbemerkt blieben.

"Das waren Privatgespräche"

"Die öffentliche Wahrnehmung wird hingegen bestimmt von einigen Parteifreunden, die einen Medienzugang haben und eher vom linken Parteiflügel sind“, sagte Palmer. "Aber sie repräsentieren nicht das Gesamtbild der Partei.“

Beim zweiten Teil der Frage wurde Palmer hingegen ein wenig wortkarg.

"Was mich verletzt hat, sage ich hier in der Runde aber nicht“, sagt er. "Das waren Privatgespräche. Und da, wo es um Freundschaften geht, tut es ziemlich weh.“

Geärgert habe ihn aber schon manches. "Kurz gesagt, wo dem Argument ausgewichen und die Person ins Visier genommen wird, da bin ich verärgert.“

Gut, dass Palmer nicht auf Twitter ist. Noch bevor er sein Buch vorstellte, ätzten dort einige Grüne gegen ihn - wie zum Beispiel Jürgen Trittin.

Er fragte polemisch, ob denn die frühere CDU-Abgeordnete Erika Steinbach keine Zeit für Palmers Termin gehabt habe, und er stattdessen auf Klöckner zurückgegriffen habe. Steinbach fällt seit Langem mit rechten Äußerungen auf.

Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Wie ihr selbst aktiv werden könnt, erfahrt ihr bei unserem Kooperationspartner Betterplace..

Die HuffPost berichtet eine Woche aus Berlin-Hohenschönhausen. Hier findet ihr die bereits erschienen Beiträge:

Stadtteil der Extreme: Warum die HuffPost diese Woche aus Berlin-Hohenschönhausen berichtet

"Hier droht der Exodus": Wie ein Viertel in Berlin-Hohenschönhausen vor steigenden Mieten warnt

Tatort Plattenbau: Ein Polizist zeigt uns die wahren Probleme in Berlin-Hohenschönhausen

"Der Nachwuchs flieht aus Berlin-Hohenschönhausen - mit dramatischen Folgen für unseren Kietz"

Schulleiter Schmidt-Ihnen: "Die Flüchtlingskrise veränderte Hohenschönhausen - aber anders, als befürchtet"

Ich habe ein Startup in einem der ärmsten Viertel Berlins gegründet - so hat mir das Jobcenter das Leben schwer gemacht

Schuldnerberaterin: Meine Klienten arbeiten hart und leben bescheiden - und stürzen trotzdem ab

(sk)

Korrektur anregen