Geleaktes Gespräch: Merkel soll Trump verraten haben, was sie wirklich über ihre Flüchtlingspolitik denkt

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  • Donald Trump hat in einem Telefonat behauptet, Merkel bereue ihre Flüchtlingspolitik
  • Das habe die Kanzlerin ihm am Telefon gesagt
  • Die wichtigsten Infos des Textes seht ihr zusammengefasst auch im Video oben

Die Leaks aus dem Weißen Haus nehmen kein Ende. Nun sind Mitschriften von Gesprächen aufgetaucht, die US-Präsident Donald Trump mit mehreren Staatschefs geführt hat. Die "Washington Post“ hat den Inhalt der Telefonate veröffentlicht.

Brisant: In einem Gespräch lässt sich Trump über Bundeskanzlerin Angela Merkel aus. Besser gesagt: Über ein Gespräch, das der Republikaner mit der CDU-Chefin geführt haben will. Das Thema: Merkels Flüchtlingspolitik.

Trumps Gesprächspartner war der australische Premierminister Malcolm Turnbull. Am 28. Januar rief Trump Turnbull an. Schnell kam das Gespräch auf das Thema Asylpolitik.

"Schauen Sie, was in Deutschland passiert ist. (...) Die Leute sind verrückt, das passieren zu lassen. Ich habe heute auch mit Merkel geredet und glaub mir, sie wünscht, sie hätte das nicht getan“, sagte Trump demnach.

Gemeint hat Trump wohl die Aufnahme von über einer Million Flüchtlinge zum Höhepunkt der Flüchtlingskrise. Deutschland sei ins "Chaos“ gestürzt worden, betonte Trump. "Es wird nie mehr sein, wie es war.“

Trump über Flüchtlinge: "Sie sind alle böse"

Im weiteren Verlauf des Gesprächs macht der US-Präsident unmissverständlich klar, was er von der Aufnahme von Flüchtlingen hält. Denn: Die USA haben ein Abkommen mit Australien, 1250 Flüchtlinge aus den australischen Auffanglagern aufzunehmen.

Trump versuchte Turnbull zu überzeugen, das von Barack Obama verhandelte Abkommen zu stoppen. "Das wird mich umbringen. Ich bin der Mensch auf der Welt, der diese Menschen am wenigsten in sein Land lassen will“, sagte der Präsident zu dem Australier. "Das lässt mich sehr schlecht aussehen.“

"Ich hasse es diese Menschen aufzunehmen, ich garantiere dir, dass sie alle böse sind“, wütete Trump weiter. Doch am Ende konnte er Turnbull nicht das Versprechen abringen, das Abkommen neu zu verhandeln.

Trump lügt am Telefon

Der laut eigener Aussage "beste Dealmaker der Welt“ scheiterte am australischen Premier.

Ob Trumps Aussage über Merkel stimmt, ist derweil fraglich. In jüngster Vergangenheit hat Trump offenbar über mehrere Telefonate gelogen. So behauptete er etwa, der mexikanische Präsident hätte ihn für seine Migrationspolitik gelobt. Der bestritt das.

Ebenso erklärte Trump, der Chef der Boy Scouts habe ihm am Telefon gesagt, dass Trumps Rede die Beste gewesen sei, die je vor den Pfadfindern gehalten worden sei. Auch das war offenbar eine Lüge, wie die Boy Scouts in einer Mitteilung mitteilten.

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(jg)

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