Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verliert massiv an Zustimmung (HuffPost-Exklusiv)

Veröffentlicht: Aktualisiert:
MACRON
HuffPost-Exklusiv: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verliert massiv an Zustimmung | Getty
Drucken
  • Eine exklusive Umfrage der HuffPost zeigt: Frankreichs Bürger sind unzufrieden mit ihrem neuen Präsidenten
  • Im Vergleich zum Vormonat verliert der 39-Jährige sieben Prozentpunkte an Beliebtheit
  • Bisher galt Macron als politischer Shootingstar - droht ihm jetzt der Absturz?

Der Weg vom gefeierten Hoffnungsträger zum angeschlagenen Präsidenten war kurz für Emmanuel Macron: Eine exklusive YouGov-Umfrage für die französische Ausgabe der HuffPost und für den Nachrichtensender CNews zeigt, dass der neue Präsident rapide an Beliebtheit einbüßt. Dabei ist er noch nicht einmal 100 Tage im Amt.

Laut der YouGov-Umfrage befürworten nur noch 36 Prozent der Bürger seine Politik - vor einem Monat waren es noch 43 Prozent.

Der Einbruch um sieben Prozentpunkte zeigt, wie schwer der vergangene Monat für den Staatschef war. Für Macron reihte sich im Juli eine Kontroverse an die nächste: Kürzungen beim Verteidigungsbudget, der Rücktritt des Chefs der Armee, Kürzungen beim Wohngeld, turbulente Parlamentssitzungen.

Die Umfrage der HuffPost bestätigt das Ergebnis einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts Ifop von Ende Juli. Darin verlor Macron im Vergleich zum Vormonat zehn Prozentpunkte an Beliebtheit - seit mehr als 20 Jahren hat kein Präsident in Frankreich so schnell und so stark an Beliebtheit verloren.

Macron verliert vor allem bei Anhängern aus der Mitte

Auch für Premierminister Edouard Philippe sind die Umfragewerte wenig schmeichelhaft. Nur 37 Prozent der Befragten sind mit seiner Arbeit zufrieden, zwei Prozentpunkt weniger als im Vormonat.

Bedenklich für Macron, der sich als Repräsentant aller politischen Lager versteht: Er verliert bei Anhängern aus allen politischen Lagern.

Besonders heftig verliert er bei den Wählern, die sich in der politischen Mitte verorten. Bei ihnen sinken Macrons Zustimmungswerte von 95 auf 81 Prozent. Das ist zwar immer noch viel - doch die Tendenz ist ein Alarmsignal für Macron.

Auch die Anhänger der Republikaner sind unzufrieden mit dem Präsidenten, hier verliert Macron acht Prozentpunkte an Zustimmung.

Die Anhänger der Republikaner und der Mitte strafen auch den Premierminister ab. Bei Wählern der Mitte erreicht Philippe 77 Prozent Beliebtheit, bei den konservativen Republikanern, denen er selbst angehört, sind es 47 Prozent.

Die Umfragewerte sind kein gutes Zeichen für das Führungsduo in Frankreich: Enttäuscht sind vor allem Menschen, die beiden eigentlich ideologisch nahe stehen sollten.

Die Franzosen sind von ihrer Regierung enttäuscht

Auch die Beliebtheit der Regierung insgesamt bröckelt.

Im Vergleich zum Vormonat verliert Macrons Kabinett fünf Prozentpunkte und kommt auf 33 Prozent Zustimmung. Wieder sind es Menschen, die sich politisch in der Mitte verorten, die besonders enttäuscht sind (minus 13 Prozentpunkte).

Nur noch 36 Prozent glauben, dass die Regierung "vorankommt und moderne Vorschläge macht" (minus 9 Prozentpunkte). Nur 35 Prozent denken, die Maßnahmen der Regierung würden der ganzen Bevölkerung zugute kommen und nicht nur dem Wählerklientel Macrons. Lediglich 32 Prozent bescheinigen dem Kabinett, aus "kompetenten Personen" zu bestehen (minus 8 Prozentpunkte).

Mehr zum Thema: Französischer Präsident Macron kritisiert osteuropäische Staaten: "Die EU ist kein Supermarkt"

Dieser Artikel erschien zuerst bei der HuffPost Frankreich und wurde von Leonhard Landes übersetzt.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(ben)

Korrektur anregen