"Grießnockerlaffäre" startet in den Kinos: Wieso der 4. Eberhofer-Film etwas Besonderes ist

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Der verkaterte Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) und Hund Ludwig werden unsanft vom SEK geweckt

Die "Grießnockerlaffäre" ist der vierte Eberhofer-Krimi, der nach der Romanvorlage von Autorin Rita Falk (53, "Weißwurstconnection"), am heutigen Donnerstag (3.8.) in den deutschen Kinos startet. Was diesen Film für Hauptdarsteller Sebastian Bezzel (46, "Falsche Siebziger") so besonders macht, wer diesmal hervorsticht und ob sich die Kinokarte lohnt, erfahren Sie hier...

Darum geht's in der Krimikomödie

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Der restalkoholisierte Franz Eberhofer (Bezzel) wird am Morgen nach einer rauschenden Polizisten-Hochzeit von einem schwer bewaffneten SEK-Kommando geweckt. Der Kollege Barschl (Francis Fulton-Smith) ist mit einem Messer im Rücken tot aufgefunden worden. Die Tatwaffe ist Franz' Taschenmesser. Dass der Dahingeschiedene auch noch sein ungeliebter Vorgesetzter und erklärter Erzfeind ist, macht die Sache nicht besser. Gut, dass sein Alt-Hippie-Vater (Eisi Gulp) ihm ein Alibi zusammenlügt. Und Kumpel Rudi Birkenberger (Simon Schwarz) ist auch zur Stelle, um Eberhofer zu helfen.

Damit nicht genug, ist Eberhofer auch privat gefordert. Denn der Papa kocht vor Eifersucht, seit die Jugendliebe der Oma (Enzi Fuchs), der kauzige Paul (Branko Samarovski), aufgetaucht ist und sich im Haus breit macht. Darüber hinaus kocht die Oma nur noch Grießnockerlsuppe, weil Paul nichts anderes verträgt. Und Susi (Lisa Maria Potthoff)? Eberhofers Freundin denkt ans Heiraten...

Die coole Barschl-Show

Die Spielfreude der Schauspieler lässt auch in der vierten Ausgabe kein bisschen nach. Wenn man diesmal dennoch einen hervorheben möchte, wäre es Francis Fulton-Smith (51, "Die Spiegel-Affäre"). Der gibt den arroganten und sadistischen Polizeichef Barschl derart glaubhaft, dass es ein großes Vergnügen ist, dem gebürtigen Münchner bei seinen Bösartigkeiten zuzusehen. Schade, dass seine Rolle diesmal das Zeitliche segnet! Das findet der Schauspieler selbst übrigens auch.

"Rita Falk ist fantastisch und die Figurenwelt, die sie erfunden hat, ist grandios. Ich war wahnsinnig glücklich und stolz, dass ich den Barschl spielen darf oder durfte. Natürlich ist es ein bisschen traurig, dass ich mich daraus verabschiede, aber wer weiß, vielleicht fällt ihr ja noch was ein", sagte Francis Fulton-Smith der Nachrichtenagentur spot on news beim Filmfest München.

Was ist neu im Vergleich zu den anderen Eberhofer-Filmen?

Vieles dürfte den Eberhofer-Fans vertraut vorkommen, doch nicht alles. "Diesmal sind zwei Dinge besonders erwähnenswert", findet auch Eberhofer-Star Sebastian Bezzel: "Einmal, dass es dem Eberhofer nass reingeht. Alles spricht gegen ihn. Da muss er sich jetzt wirklich mal anstrengen, zusammen mit dem Rudi Birkenberger [Simon Schwarz]." Das ganz tolle bei dem Film sei aber die Geschichte der Oma. "Die ist schön und berührend. Und dadurch wird der Film ein bisschen ernster, ein bisschen ruhiger. Das gefällt mir", gibt Bezzel einen kleinen Vorgeschmack auf das eine der beiden schweren Themen in diesem Film.

Eine ganz besondere Erkenntnis hat der Bayer, der schon lange in Hamburg lebt, bei diesem Dreh übrigens auch gewonnen: In einer Szene wird er nämlich ins Gefängnis gesperrt. Wie es dort war? "Eng!", sagt Sebastian Bezzel spot on news. "Ich will da nie sein, habe ich festgestellt. Kurz bin ich ja wirklich eingesperrt worden, weil sie von außen durch die Luke gefilmt haben. Und da habe ich mir gedacht: Irgendwie ist das unangenehm. Es ist kein schönes Gefühl."

Lohnt sich die Kinokarte?

Für Eberhofer-Fans ist der Film ohnehin ein Muss, aber auch alle anderen dürften den Kinobesuch nicht bereuen. Denn der Film ist gewohnt schwarzhumorig, sehr kurzweilig, detailreich sowie liebevoll inszeniert und voller Wortwitz, der keinesfalls nur in Bayern zündet. Überraschend sind die beiden schweren Themen im Film - und das vor allem deshalb, weil sie so ernsthaft und respektvoll serviert werden.

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