So daneben, dass das "Wall Street Journal" es nicht drucken will - die 5 verrücktesten Aussagen aus Trumps Interview

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DONALD TRUMP
So daneben, dass das "Wall Street Journal" es nicht druckt: Die 7 krassesten Aussagen aus Trumps Interview | Joshua Roberts / Reuters
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  • Das "Wall Street Journal" hat ein Interview mit Donald Trump geführt – und nicht veröffentlicht
  • Eine Mitschrift ist nun trotzdem online – und sie könnte kaum verrückter sein

Ein Interview mit dem US-Präsidenten: Das ist ein Knüller für jede Zeitung, sollte man meinen.

Dem renommierten "Wall Street Journal“ ist es zum wiederholten Mal gelungen, ein exklusives Gespräch im Weißen Haus zu ergattern.

Und doch veröffentlichte die Zeitung das Interview nicht – oder zumindest nur in Teilen. Offenbar nicht nur, weil der Präsident vollkommen von der Rolle schien, sondern auch weil Fragensteller Gerard Baker, Chefredakteur des "Wall Street Journal“, jede kritische Distanz vermissen ließ.

Das Magazin "Politico“ hat nun die Transkription des Gesprächs veröffentlicht. Es könnte absurder kaum sein.

Hier 5 der verrücktesten Momente.

1. Ivanka Trump platzt rein...

Mitten im Gespräch betrat offenbar Trumps Tochter Ivanka Trump das Oval Office.

"Hi Gerald, wie geht es dir?“, fragte die Beraterin des Präsidenten den Journalisten. "Wie schön dich zu sehen“, antwortete der.

"Ich habe gehört, dass du da bist und wollte 'Hi' sagen“, sagte Ivanka. Dann redeten die beiden über ihre Töchter: Beide heißen Arabella. Kritische Distanz: Fehlanzeige.

Noch schlimmer wurde es, als Ivanka Baker für einen Kommentar im "Wall Street Journal“ lobte. "Ich mochte heute euren Kommentar, sehr nett“, sagte Ivanka.

Donald Trump sah das offenbar genauso: "Ihr habt einen guten Job gemacht.“

2. Trump verrät, was er ausländische Staatschefs fragt

Der US-Präsident scheint ein wissbegieriger Mann zu sein. Trump erzählte Baker, wie er ausländische Staatschefs nach der Bevölkerungszahl in ihren Ländern gefragt hat.

"Weißt du, das sind Länder, die ziemlich groß sind, so rund 300 Millionen Menschen. Weißt du, viele Leute sagen, die USA seien so groß. Und dann rufst du Länder an wie Malaysia oder Indonesien und du fragst, weißt du, wie viele Menschen habt ihr? Und es ist ziemlich erstaunlich, wie viele Menschen sie haben.“

Es ist eine absurde Vorstellung: Trump ruft den indonesischen Präsidenten an und fragt ihn, wie viele Einwohner sein Land hat. Als der antwortet, ist Trump vollkommen überwältigt.

Einziges Problem: Indonesien und Malaysia sind beide deutlich kleiner als die USA.

Mehr zum Thema: Donald Trump hat der "New York Times" ein bizarres Interview gegeben - das sind die 9 absurdesten Passagen

3. Trump fragt nach schottischer Unabhängigkeit

Auch Trump stellte Baker eine Frage. Er wollte wissen, wie es mit der Unabhängigkeitsbewegung in Schottland aussehe. Doch bevor Baker überhaupt zu einer Antwort ausholen konnte, wechselte Trump schon das Thema - zum Golfen.

"Eine kleine Sache: Was würden Sie mit den British Open machen, wenn Sie austreten? Dann könnten Sie die British Open nicht mehr haben?“ Die Open Championships, auch British Open genannt, werden auch auf Golfplätzen in Schottland ausgetragen.

4. Trump lobt Scaramucci

Baker konfrontierte Trump mit dem wilden Personalkarussell im Weißen Haus. Wohlgemerkt: Noch bevor der Kommunikationschef Anthony Scaramucci nach nur 10 Tagen im Amt gefeuert wurde.

"Sind weitere Personalentscheidungen zu erwarten?“, fragte der Journalist. Trumps Antwort: "Ich glaube nicht.“

Er sei aber "sehr glücklich mit Anthony. Ich glaube, er wird großartig sein.“ Sechs Tage später wurde der ehemalige Investmentbanker entlassen.

5. Trump lobt sich selbst

Der Präsident äußerte sich zu seiner viel kritisierten Rede vor den amerikanischen Pfadfindern. "Ich habe einen Anruf vom Vorsitzenden der Pfadfinder bekommen. Er hat gesagt, es war die großartigste Rede, die je vor ihnen gehalten wurde, und dass sie sehr dankbar seien.“

Das klingt nach Realitätsverweigerung.

Denn wahr ist: Sogar die Pfadfinder haben sich von Trump distanziert, nachdem dessen Rede zu einen politischen Kampfveranstaltung ausgeartet war.

Ein Journalist will sogar herausgefunden haben, dass Trump gelogen hat. Der Anruf des Vorsitzenden soll nie stattgefunden haben.

Trump und die Wahrheit scheinen nach wie vor, eine komplizierte Beziehung zu unterhalten.

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(ll)

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