"Feigheit", "Hinterzimmerpolitik", "Fake-Gipfel": Chef der Umwelthilfe wütet über Diesel-Krisensitzung

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"Feigheit", "Hinterzimmerpolitik", "Fake-Gipfel": Chef der Umwelthilfe wütet vor Diesel-Krisensitzung | Michaela Rehle / Reuters
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  • Jürgen Resch wirft der Politik im Umgang mit dem Diesel-Skandal "Feigheit" vor
  • Der Diesel-Gipfel sei eine "Fake-Veranstaltung"

Der Chef der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Jürgen Resch, hat Politik und Autoindustrie zu Beginn des Dieselgipfels Kungelei und mangelnde Transparenz vorgeworfen.

Offenbar wollten die Vertreter von Bund, Ländern und Autokonzernen bei dem Thema unter sich bleiben, sagte er dem TV-Sender "Phoenix" unmittelbar nach der Verlegung des Treffens vom Verkehrs- ins Innenministerium in Berlin.

Vor dem Dienstsitz von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) - dem eigentlich vorgesehen Tagungsort - hatte es am Morgen Proteste von Greenpeace gegeben. Die Verlegung passe ins Bild, "Politik in dunklen Hinterzimmern zu machen", sagte Resch.

Dies sei auch "Feigheit" gegenüber Kritik in der Gesellschaft. Umweltverbände und Bundestags-Opposition hatten vor dem Treffen bemängelt, dass Umwelt- und Verbraucherschützer nicht eingeladen wurden.

Resch: "Fake-Veranstaltung"

Mit Blick auf die vorgeschlagenen Updates von Motorsoftware, die den Ausstoß von Schadstoffen drücken sollen, meinte Resch: "Software-Upates sind keine Lösung." Bei einigen Modellen habe man in Tests sogar höhere Werte an Stickoxiden (NOx) festgestellt, nachdem ein neues Programm installiert wurde.

"Es ist ein erneuter Versuch, Autofahrer und Bürger hinters Licht zu führen", sagte der DUH-Chef. Man müsse auch Umbauten an der Motor- und Abgas-Hardware in Angriff nehmen. Dies schon im Entwurf zu den Gipfel-Maßnahmen auszuschließen und nur auf freiwillige Schritte der Autobauer ohne feste Vorgaben zu setzen, sei "beschämend".

“Dieser Gipfel ist eine Fake-Veranstaltung”, so Resch. Denn der Entwurf der vereinbarten Erklärung von Regierung und Industrie-Vertretern kursierte bereits seit Montag.

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(jg)

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