Vor mehr als 100 Jahren soll ein Autor Trumps Niedergang vorhergesagt haben - die Parallelen sind unheimlich

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  • Ingersoll Lockwood war ein Science-Fiction-Autor im 19. Jahrhundert
  • Seine Bücher weisen für Internet-Nutzer unheimliche Parallelen zu Trumps Präsidentschaft auf
  • Lockwoods letzter Roman trägt den vielsagenden Titel "Der letzte Präsident"
  • Die wichtigsten Infos des Textes seht ihr zusammengefasst auch im Video oben

US-Präsident Donald Trump ist nicht als Leserratte bekannt. "Also, ich liebe es zu lesen", sagte Trump einmal in einem Interview. Aber immer, wenn er eine halbe Seite geschafft habe, erhalte er einen Anruf. Ein Notfall. Dann sei die Lektüre wieder zu Ende.

Mit all den Notfällen im Weißen Haus derzeit ist es unwahrscheinlich, dass Trump den weitgehend unbekannten amerikanischen Schriftsteller Ingersoll Lockwood kennt. Dabei könnte ihm ein Blick in dessen Bücher viel verraten.

Lockwood lebte von 1798 bis 1855. Er schrieb Science-Fiction- und Fantasy-Geschichten. Zwei seiner bekanntesten Werke sind Kinderbücher - mit einem Protagonisten, dessen Name sehr vertraut klingt: Baron Trump.

Der Name bleibt nicht die einzige Parallele zum echten Trump in Washington. In seinem letzten Roman soll Lockwood gar den Niedergang des aktuellen US-Präsidenten vorausgesagt haben.

Internet-Nutzer finden unheimliche Parallelen

In den vergangenen Wochen erfuhren Lockwoods Bücher eine Renaissance. Leser in Internetforen tauschten sich über die fast unheimlich wirkenden Gemeinsamkeiten zwischen dem echten und dem fiktiven Trump aus, berichtet die US-Nachrichtenseite "Newsweek".

Hier einige der Parallelen im Überblick:

Wie der echte Trump ist die Figur in den Büchern wohlhabend. Sie lebt in ihrem Schloss Trump - wie Donald, bevor er ins Weiße Haus zog, in seinem Trump Tower wohnte.

In "Baron Trump’s Marvelous Underground Journey" (erschienen 1893) erhält Baron Trump ein Buch von einer Figur namens Don (dem Spitznamen von Donald Trump Jr.), das ihn nach Russland führt - und von dort aus auf eine abenteuerliche Reise.

Auch der echte Trump reiste als Geschäftsmann nach Russland und vereinbarte womöglich Deals, die ihm sein Unternehmen retteten. Als Präsident erlebt auch Trump sein Russland-Abenteuer, in Form der Russland-Affäre und immer neuen Enthüllungen um mögliche Absprachen zwischen seinem Wahlkampf-Team und dem Kreml.

Trump, der letzte Präsident?

In Lockwoods letztem Roman sehen heutige Leser dann fast schon eine Prophezeiung. Zwar gehört das Buch nicht zu den Baron-Trump-Geschichten. Aber allein der Titel regt die Fantasie der Leser an: "The Last President", der letzte Präsident, erschienen 1896.

Auch hier gibt es inhaltliche Parallelen.

Das Buch beginnt mit einer Szene in New York City. Nachdem ein unpopulärer Außenseiter die Wahl gewonnen hat, befindet sich die Stadt in einem Zustand des Aufruhrs.

Auch Trump galt im US-Wahlkampf lange als Außenseiter. Unbeliebt ist er noch immer.

"Anarchisten und Sozialisten organisieren ganze Horden und drohen, die Häuser der Reichen zu plündern, die ihnen Unrecht angetan und sie für viele Jahre unterdrückt haben", sagt gleich auf der ersten Seite des Romans ein Polizist.

Die ersten, die den Zorn der Horden zu spüren bekommen sollen, wohnen im Fifth Avenue Hotel. In der Fifth Avenue steht im echten Leben ebenfalls ein berühmtes Gebäude: der Trump Tower.

Sagt das Buch also Trumps Untergang voraus? Es ist eher unwahrscheinlich, dass Donald Trump tatsächlich der letzte Präsident der USA sein wird und die Republik, wie im Roman, nach ihm aufhört zu existieren.

Mehr zum Thema: Was alle wissen sollten, die glauben, dass Donald Trump bald des Amtes enthoben wird

Dennoch begeistert Lockwood seine Leser. Regisseur und Trump-Anhänger Leigh Scott sammelt per Crowdfunding bereits Geld für eine Verfilmung von Lockwoods Geschichten.

Es solle ein Film für Trump-Insider werden, sagt Scott gegenüber "Newsweek", die all die kleinen Anspielungen der Geschichte verstehen und wertschätzen würden.

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(jg)

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