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01/08/2017 16:22 CEST

Gaby Hauptmann: "Jedes meiner Bücher ist ein Krimi"

imago/Rainer Unkel
Autorin Gaby Hauptmann bei einem TV-Auftritt

Der Ehemann macht auf dem Oktoberfest auf dicke Hose und seiner Frau zuhause die Hölle heiß, wenn sie bei Aldi nicht die Sonderangebote im Auge behält: Tina ist in ihrer Ehe schon lange unglücklich, sie muss Stefan loswerden. Aber das ist nicht so einfach... Im neuen Buch von Bestsellerautorin Gaby Hauptmann (60), "Scheidung nie - nur Mord!" (Piper), fährt nämlich auch der Mann schwere Geschütze auf. Über Beziehungen und der Angst vorm Altern spricht Hauptmann im Interview mit spot on news:

"Scheidung nie - nur Mord!" heißt Ihr neues Buch, in dem es auch wieder sehr spannend zugeht.

"Scheidung nie - nur Mord!": Das neue Buch von Gaby Hauptmann finden Sie hier

Gaby Hauptmann: Jedes meiner Bücher ist ein Krimi - allerdings nicht derart, dass es eine Tat gibt und dann aufgelöst wird, wer der Täter ist. Bei mir reiht sich die Tat in eine ganz normale Geschichte ein - eine Mischung aus Krimi und Roman.

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Es geht um eine Frau, die in einer unglücklichen Ehe feststeckt. Dann tun sich aber noch ganz andere Abgründe auf. Ist es Ihnen leicht gefallen, sich in diesen Mann hineinzuversetzen?

Hauptmann: Ja, weil man das einfach oft sieht. Eine Freundin von mir, getrennt mit drei Kindern, hat das hoch verschuldete Hotel ihrer Eltern übernommen. Sie hat daraufhin allen erklärt, dass sie aus ihrer großen Wohnung auszieht, ihr Auto verkauft und sich einschränkt. Dann hat sie angefangen, ihr Hotel zu vermarkten und heute führt sie sogar ein zweites Haus. Wenn Männern so etwas passiert, fehlt ihnen oft der Mut, offen zu sagen: Bei mir läuft es gerade nicht so gut. Sie wollen nach außen weiter erfolgreich erscheinen. Bei Bekannten von mir war es dann tatsächlich so, dass der Mann zu Hause die Einkaufszettel kontrolliert hat, ob sie Geld verschwendet. Selbst hat er weiter seine Geschäftsfreunde eingeladen und die Autos behalten, obwohl fast der Gerichtsvollzieher vor der Tür stand.

Die Hauptfigur im Buch träumt von einem Leben ohne ihren Mann, findet aber keinen Ausweg. Ist das auch aus dem wahren Leben gegriffen?

Hauptmann: Sie war glücklich als Mutter und Ehefrau und hat ihr Reich bewusst auf ihre Familie begrenzt. Ihr Mann verspottet sie dann auch noch dafür. Vielen Frauen, die später von ihren Männern aufgekündigt werden, geht es so. Es ist ein trauriges Los mit 49 dazustehen und zu überlegen, was man noch beruflich machen kann, wenn man nichts gelernt hat. Und Martina ahnt im Buch auch, dass ihr Mann sie ohne alles zurücklassen wird. Zudem stehen alle Männer - von Banker bis Steuerberater - auf seiner Seite. Sie sieht eigentlich keinen Weg für sich.

Zumindest finanziell scheint sie keine Chance zu haben.

Hauptmann: Das habe ich selbst erlebt. Als ich freie Journalistin war und meine Tochter kam, wurde mir auch gesagt, dass ich mit einem Baby unter dem Arm nicht moderieren kann. Damals habe ich immer gesagt: Entweder werde ich zum Sozialfall oder ich mache Karriere. Als alleinerziehende Mutter gibt es keinen Mittelweg.

Martina entdeckt im Buch mit knapp 50 in Liebesdingen ganz neue Seiten an sich. Ganz nach dem Motto: Ältere Frauen haben ein glücklicheres Liebesleben?

Hauptmann: Irgendwann kapiert man, dass man darauf achten sollte, was einem selbst guttut. Und diese Frau tut Martina gut. Sie fühlt sich aufgehoben und geborgen. Sie hatte vorher in ihrer Ehe das Gefühl, dass sie wie ein Möbelstück war, um nach außen hin ein intaktes Bild abzugeben.

Angst vor dem Alter hat in Ihrem Buch vor allem ein Mann, Lennart. Sie sind im Mai 60 geworden: Gab es schon Momente, in denen Sie wie Lennart Angst vor dem Rollator bekamen?

Hauptmann: Meine Mutter ist 99 und sie ist noch fit, körperlich und geistig. Sie sieht auch toll aus, wie 70. Da haben wir offenbar einen zähen Kern in der Familie. Aber eines steht für mich fest: Bevor ich blicklos in irgendeinem Seniorenheim an die Decke starre, weil mein Leben sich langsam aushaucht, fahre ich lieber mit dem Auto gegen einen Baum. Auch wenn mir dann der Baum leid tut.

Wie halten Sie sich fit?

Hauptmann: Ich mache Sport, wenn ich dazu Lust habe. Wenn ich mit meinem Freund durch den Wald laufe, kommen uns oft Menschen entgegen, bei denen die Mundwinkel runterhängen. Das sind vermutlich Leute, die sich zu festen Terminen zum Sport schleppen, egal, wie es ihnen dabei geht. Gerade Frauen neigen ja zu diesem Pflichtbewusstsein und fühlen sich schlecht, wenn sie diesen Termin nicht einhalten. Ich mache das mit dem Laufen oder Schwimmen nach Lust und Laune. Einmal im Jahr gehe ich reiten, zwischen Löwen und Elefanten auf einer Pferdesafari in Südafrika. Das gibt mir immer einen Adrenalinschub, der mich für ein Jahr wachhält.

Lennart hat sich auch operieren lassen, um jünger auszusehen. Was denken Sie über Botox und Co?

Hauptmann: Ich habe nichts dagegen. Botox hat vermutlich schon fast jede Frau ausprobiert, in dem Versuch, noch was zu retten. Aber das Gesamte retten, klappt nicht. Der Körper wird älter, du wirst älter. Man kann sich dagegen sperren oder sagen, ich versuche mit dem einen oder anderen Mittelchen dagegenzuwirken. Ich habe im Moment aber noch nicht das große Problem damit, ich bin wohl genetisch etwas begünstigt. Vielleicht kommt das noch...

Haben Sie vor, in Ihrem jetzigen Takt weiterzuschreiben?

Hauptmann: Solange ich das Gefühl habe, dass ich Ideen entwickeln kann für meine Geschichten, wird das mit den Erwachsenenbüchern sicher so weitergehen. Bei den Jugendreiterbüchern bin ich inzwischen bei zwölf Bänden und da ist es möglicherweise für mich jetzt genug. Die Zeit nutze ich vielleicht für ein ganz neues Projekt.

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