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31/07/2017 22:48 CEST | Aktualisiert 01/08/2017 08:38 CEST

"Hatte Milch, die länger gehalten hat": Twitter-Nutzer reagieren mit Häme auf die Entlassung von Anthony Scaramucci

Jonathan Ernst / Reuters
Raus aus dem Weißen Haus, nach nur 10 Tagen: Anthony Scaramucci

  • Trumps Kommunikationschef Anthony Scaramucci ist entlassen worden

  • Er hatte den Posten gerade einmal 10 Tage ausgefüllt - nur sechs davon offiziell

  • Die Reaktionen auf die Entlassung auf Twitter fielen überrascht bis hämisch aus

Die erste Reaktion war Gelächter: Als die Moderatorin des US-Senders MSNBC die Meldung vorliest, dass Anthony Scaramucci seinen Job als Kommunikationschef für Donald Trump verloren hat, kann sie nicht anders. "Er war nur zehn Tage im Amt", bringt sie noch sichtlich bemüht hervor. Dann ist auch aus der Regie Gelächter zu hören.

Die Geschichte von Anthony Scaramucci im Weißen Haus ist geradezu wahnwitzig. Um für Donald Trump zu arbeiten, verpasste er die Geburt seines Kindes. Seine Frau ließ sich von ihm scheiden.

Kurze Zeit später ist Scaramucci seinen Job bereits wieder los. Und auf Twitter schlägt dem ehemaligen Hedgefonds-Manager Häme entgegen.

"Hatte Milch, die länger gehalten hat"

Vor allem der Politikwissenschaftler Ian Bremmer ließ kein gutes Haar an Scaramucci. "Ich hatte Milch, die länger gehalten hat", schrieb Bremmer auf Twitter.

Auch die tragischen Entwicklungen in Scaramuccis Privatleben ließ er nicht unkommentiert. "Scaramuccis Frau hat ihn verlassen, weil er zu viel Zeit mit Trump verbracht hat. Hätte sie doch nur ein paar Tage länger gewartet", schrieb Bremmer.

Viele Nutzer machten sich über die geringe Anzahl der Tage lustig, die Scaramucci seinen Job behalten durfte.

Andere kommentierten die Doppelmoral, die Trump durch die Entlassung Scaramuccis bewies. Denn dieser musste wegen eines vulgären Interviews gehen, das dem US-Präsidenten missfallen habe. Dem Mann also, der für seine vulgäre Sprache nahezu berüchtigt ist - und der auf einem Video davon sprach, Frauen "an die Muschi" zu greifen.

Journalisten debattieren die Folgen von Scaramuccis Entlassung

Viele Journalisten machten sich derweil darüber Gedanken, welche Folgen die Entlassung Scaramuccis für die USA und das Weiße Haus haben könnte - schließlich hatte Trump noch bei der Vorstellung Scaramuccis davon gesprochen, seine Regierung brauche Loyalität.

Der Investigativjournalist Jason Leopold erinnerte deshalb an einen Tweet, den Trump nur wenige Stunden vor Scaramuccis Entlassung absetzte. In diesem betonte der US-Präsident absurderweise: "Kein Chaos im Weißen Haus!"

Zugleich diskutierten auf mehreren US-Sendern Experten, ob das Ende für Scaramucci nicht der Anfang eines geläuterten Präsidenten Trump sei. Der Autor Jared Yates Sexton widersprach auf Twitter - und das vehement.

"Trump wird sich niemals ändern. Trump ist Trump", begann er.

Er fügte in einem weiteren Tweet hinzu: "Trump ist diese Person. Sein Regierungstab ist eine Reflektion von ihm. Da gibt es kein Dazulernen. Kein Herauswachsen." Sollte heißen: Das Chaos im Weißen Haus wird Chaos bleiben. Auch ohne Scaramucci.

Der könnte nun als schlechtester Kommunikationschef in der Geschichte des Weißen Hauses in die Historie eingehen. Wäre da nicht ein Mann namens Jack Koehler. Die MSNBC-Journalistin Chris Jansing twitterte über diesen: "Jack Koehler war Reagans Kommunikationsdirektor, für nur 11 Tage - und wurde gebeten, abzutreten, weil er Teil einer Nazi-Jugendgruppe war."

Ganz so schlimm hat es Anthony Scaramucci dann doch nicht getrieben. Helfen wird ihm das jedoch nichts.

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(ll)

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