US-Medien: Trumps Kommunikationschef Scaramucci nach zehn Tagen im Amt gefeuert

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SCARAMUCCI
Anthony Scaramucci war nur zehn Tage im Amt | Carlos Barria / Reuters
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  • Trumps Kommunikationschef Anthony Scaramucci ist seinen Job los - nach nur 10 Tagen im Amt
  • Maßgeblich verantwortlich für die Entlassung soll Trumps neuer Stabschef John F. Kelly sein
  • Zudem störte sich der US-Präsident wohl an vulgären Äußerungen Scaramuccis

Trumps Kommunikationsdirektor Anthony Scaramucci ist seinen Job los. Das berichten übereinstimmend der US-Sender ABC und die "New York Times". Scaramucci war gerade einmal zehn Tage im Amt. Er war der Nachfolger von Sean Spicer, der seinen Job als Pressesprecher und kommissarischer Kommunikationschef wegen Scaramuccis Ernennung gekündigt hatte.

Vulgäres Interview wird Scaramucci zum Verhängnis

Wie die "New York Times" unter Berufung auf Quellen aus dem Weißen Haus berichtet, habe US-Präsident Trump entschieden, Scaramucci zu entlassen. Grund sei ein vulgäres Interview Scaramuccis, das er dem "New Yorker" gegeben hatte.

Die Zeitung schreibt weiter, dass Trumps neuer Stabschef, John F. Kelly, maßgeblich für die Entscheidung mitverantwortlich sei. Kelly hatte erst am Freitag den von Trump gefeuerten Stabschef Reince Priebus beerbt. Das Weiße Haus veröffentlichte ein Statement, in dem es hieß, Scaramucci habe Kelly die Möglichkeit geben wollen, sein eigenes Team aufzustellen.

Es war ausgerechnet Priebus, den Scaramucci im Interview mit dem "New Yorker" übel beleidigt hatte. Schon zuvor war der Kommunikationschef während seiner ersten Tage im Amt durch skurrile und bisweilen paranoide Auftritte aufgefallen. So plante er, Jagd auf "Verräter" im Weißen Haus zu machen und drohte ihnen indirekt mit dem Galgen.

Überraschte Reaktionen auf Scaramuccis Entlassung

Auf Twitter zeigten sich US-Beobachter und Journalisten geschockt bis belustigt. "Er hat zehn Tage ausgehalten. Zehn. Tage", schrieb der Trump-kritische Autor Brian Klaas.

Der Politikwissenschaftler Ian Bremmer erinnerte daran, dass Scaramuccis Frau ihn vor wenigen Tagen erst verlassen hatte - angeblich, weil er zu viel Zeit mit Trump verbringe. "Hätte sie doch nur ein paar Tage länger ausgehalten", schrieb Bremmer.

Und die MSNC-Moderatorin Rachel Maddow stellte gleich einmal eine Theorie auf, wer Scaramucci beerben könnte: Nämlich niemand anderes als sein Vorgänger, Sean Spicer.

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(ll)

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