US-Amerikanerin darf nicht in das Jahrbuch ihrer Schule - weil sie angeblich zu freizügigen Pullover trägt

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Mit diesem Oberteil darf ein Mädchen nicht ins Jahrbuch - sie reagiert sofort | Goble
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  • Aufgrund der Kleidungsvorschriften ihrer Schule hat ein junges Mädchen eine Petition gestartet
  • Sie möchte der Übersexualisierung des weiblichen Körpers endlich ein Ende bereiten

Gerade im Teenageralter ist es uns unheimlich wichtig, wie wir aussehen. Besonders, wenn der Schulfotograf kommt, um uns in den Jahrbüchern zu verewigen.

Auch die Amerikanerin Grace Goble wollte an diesem Tag besonders schön aussehen. Sie entschied sich für ihren gelben Lieblingspulli, denn “immer, wenn ich diesen Pullover in der Schule anhatte, haben mir meine Mitschüler dafür Komplimente gemacht”, sagt die 17-Jährige dem Online-Magazin “Today.com” in einem Interview.

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Credit: Grace Goble

Den Kleidungsvorschriften der Schule widersprochen

Umso überraschter war die Schülerin, als der Fotograf sie kontaktierte und sagte, dass er das Foto so nicht abdrucken könne, da ihre Kleiderwahl nicht erlaubt sei. Das Problem: Der Pullover bedeckte nicht ihre Schultern.

Damit widerspricht er den Kleidervorschriften der Schule, in denen es heißt “Schüler müssen intransparente Kleidung tragen, die sie von den Schultern bis ungefähr zur Mitte der Oberschenkel bedecken”.

Doch nicht nur die Ablehnung des Fotos an sich, sondern auch die Tatsache, dass die Schule eine äußerst zweischneidige, fast schon sexistische Einstellung der Kleidervorschrift gegenüber hat, schockierte die Schülerin.

Mädchen und Jungen werden nicht gleichberechtigt behandelt

Denn anscheinend hat die Schule kein Problem damit, dass Jungs Tank-Tops tragen. Mädchen jedoch werden aus dem Unterricht geschickt und müssen sich umziehen, damit sie niemanden mit der Blöße ihrer Schultern ablenken.

Die Schülerin ließ den Vorfall nicht auf sich sitzen, sondern schickte sofort einen Beschwerdebrief an den Schulleiter. Zusätzlich veröffentlicht sie eine Petition auf der Online-Plattform Change.org Sie will erreichen, dass ihre Schule endlich mit der Übersexualisierung der Körper junger Frauen aufhört.

Mädchen sollten sich in ihrer Kleidung wohl und glücklich fühlen

Mehr als 3.000 Menschen haben die Petition bisher unterschrieben, in der Goble erklärt: “Ich habe mehr als die Hälfte meines Lebens damit verbracht, darüber nachzudenken, was genau an Schultern von Frauen so aufreizend ist. Es ist total lächerlich, dass junge Mädchen nicht die Kleidung tragen können, die sie wollen, nur weil sie damit möglicherweise jemanden ablenken könnten.”

Und sie fügt hinzu: Es sei total sexistisch, Frauen für die Kleidung, in der sie sich wohl und glücklich fühlen, zu verurteilen.

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So wie es aussieht hat Globe mit ihrer aufsehenerregenden Petition Erfolg: Dem Magazin “CBS Chicago” gegenüber erklärte ein Sprecher der Schule, dass sie nicht darüber im Bilde waren, dass das Foto der Schülerin nicht abgenommen wurde - selbstverständlich werde es trotzdem im Jahrbuch zugelassen.

Außerdem kündigte der Schulleiter Ben Collins an, die überholten Kleidungsvorschriften der Schule für das kommende Schuljahr zu überarbeiten und zu modernisieren. Immerhin: ein erster Schritt.

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(ame)

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