Messer-Attacke in Hamburg: Ahmad A. nennt sich "Terrorist"

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HAMBURG ATTACK
Der Messer-Attentäter Ahmad A. soll sich selbst als Terrorist bezeichnet haben | Morris MacMatzen / Reuters
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  • Der mutmaßliche Messer-Attentäter Ahmad A. soll sich selbst als Terrorist bezeichnen
  • Sein Motiv für die Tat in Hamburg ist immer noch nicht geklärt

Die Hintergründe der verabscheuungswürdigen Tat sind immer noch unklar. Doch der Tatverdächtige von Hamburg, Ahmad A., lege in der Untersuchungshaft Wert darauf, als "Terrorist" bezeichnet zu werden, berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

Ahmad A. gibt den Ermittlern derzeit Rätsel auf.

"Psychisch gestörter Täter"

Er galt dem Verfassungsschutz als Islamist, wurde in den Akten als "Verdachtsfall Islamismus geführt". Zudem empfahl der Verfassungsschutz, ihn wegen seiner Instabilität psychologisch betreuen zu lassen.

Was den Ausschlag für die Tat am Freitag gab, bei der ein Mensch starb und fünf weitere verletzt wurden, ist derzeit nicht geklärt.

"Wir haben Hinweise, die auf einen psychisch gestörten Täter schließen lassen, bei dem auch eine islamistische Motivation eine Rolle gespielt hat. Deshalb fällt es mir schwer, von einem Terroranschlag zu sprechen", sagte Polizeipräsident Ralf Martin Meyer gegenüber dem "Hamburger Abendblatt".

Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Die Ermittler untersuchen derzeit, warum Ahmad A. nicht vom sozialpsychologischen Dienst untersucht worden ist. Das bestätigte ein Polizeisprecher am Montag.

Routinemäßig werde auch überprüft, ob der Mann als Täter für andere Straftaten in Frage kommen könnte. Dazu zählt auch der ungeklärte Mord an einem 16-Jährigen. Der Schüler war im Oktober vergangenen Jahres von einem unbekannten Täter erstochen worden.

Bekannt ist bisher, dass Ahmad A. 26 Jahre alt ist und in den Vereinigten Arabischen Emiraten geboren wurde. Die Polizei bestätigte weiterhin, dass der Täter Schutz in Deutschland gesucht habe und eigentlich ausreisepflichtig gewesen sei. Im Amt galt Ahmad als "vorbildlich", bei der Beschaffung seiner Passersatzpapiere zeigte er sich kooperativ.

Der Hamburger CDU-Fraktionschef Andrè Trepoll kritisierte die Behörden für ihr Vorgehen: "Wieso konnte er sich noch frei durch unsere Stadt bewegen, obwohl er schon auf dem Radar der Sicherheitsbehörden aufgetaucht ist?", zitiert ihn die "Bild".

Mit Material der dpa.

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(ll)

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