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30/07/2017 14:06 CEST | Aktualisiert 30/07/2017 16:25 CEST

Eine junge Konstanzerin beschreibt die blutige Nacht im Grey-Club - und erhebt schwere Vorwürfe

  • In der Nacht auf Sonntag ist es zu einer Schießerei in einem Konstanzer Club gekommen

  • Zwei Menschen sind ums Leben gekommen

  • Eine junge Frau berichtet von dem schrecklichen Ereignis

In der Nacht auf Sonntag ist es im Konstanzer Club Grey zu einer Schießerei gekommen. Ein Mann schoss wahllos um sich, tötete den Türsteher und verstarb anschließend selbst in einem Krankenhaus.

Wie bedrohlich die ganze Situation auf die Party-Gäste gewirkt hat, macht Shelly Miller in einem Facebook-Beitrag deutlich. Die junge Frau aus Konstanz scheint während der Schießerei in der Diskothek gewesen zu sein.

Sie ist wütend, traurig, schockiert und auch fassungslos über das, was sich im Grey abgespielt hat. Gleichzeitig erhebt sie aber auch schwere Vorwürfe, weil sie die Diskothek nicht verlassen durfte.

Auf Facebook schreibt sie:

"Ich liege wach und frage mich noch immer ob ich das heute Abend alles nur geträumt habe. Ich hoffe alle die ich heute im Grey getroffen habe, konnten unversehrt entkommen. Ich hoffe es so sehr.

Einige, inklusive mir, die es nicht nach draußen geschafft haben, wurden im Club eingesperrt und durften erst vor 2 Stunden nach Räumung durch die Polizei das Gebäude verlassen.

Warum hat man uns drinnen, obwohl der/die Täter noch nicht gefasst waren, so viele Stunden ohne polizeilichen Schutz alleine gelassen, und warum hat man das Opfer, das im Nebenraum lag, nicht notversorgt?!!

Danke an die handvoll Schweizer Gäste, die Courage an diesem Abend noch groß geschrieben haben und so selbstlos versucht haben in diesem aussichtslosen Chaos zu helfen...

Wütend, traurig, schockiert, fassungslos.

Ich bete, dass es nicht noch mehr Opfer gibt.

R.I.P. #Konstanz"

Wie oben im Video zu sehen ist, berichtet ein weiterer Augenzeuge, dass der Täter mit einer Maschinenpistole wahllos auf die Gäste geschossen habe: "Die Diskothek war rammelvoll. Ich schätze, dass mehrere hundert Menschen da waren.“

Der Augenzeuge sei wie zahlreiche andere Personen aus dem Gebäude geflüchtet und habe sich verschanzt.

Der „Südkurier“ zitierte einen weiteren Zeugen, der sich zur Tatzeit auf der Toilette der Diskothek befand: "Ich wollte gerade gehen. Dann hat schon einer die Klotüre zugehalten und gesagt, dass einer schießt.“

Er sei erst Richtung Ausgang gelaufen, habe dann aber selbst Schüsse gehört und sei in die Toilette zurückgekehrt. Die Gruppe sei schließlich über den Notausgang geflüchtet, dabei habe der Zeuge einen Verletzten mit Schusswunde in der Wiese liegen sehen.

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(ks)