Schießerei vor Disko: Das wissen wir über das Drama in Konstanz

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  • Nach der Schießerei vor einer Disko in Konstanz hat die Polizei Details bekanntgegeben
  • Der Angreifer war mit dem Disko-Besitzer verwandt
  • Er schoss mit einer Kriegswaffe, die fatale Feuerkraft hat
  • Ein Polizist überlebte den Einsatz nur wegen seines Helmes, wie das Video oben zeigt

In Konstanz hat ein Mann vor einer Diskothek in der Nacht zum Sonntag einen Menschen erschossen und mehrere verletzt. Inzwischen hat die Polizei Details bekanntgegeben.

Die wichtigsten Informationen im Überblick:

Was genau ist passiert?

In der Nacht zum Sonntag, so meldete es die Polizei, hat ein Mann sich mit einem Türsteher des "Grey Club" in Konstanz gestritten. Der Mann fuhr nach Hause und holte ein Sturmgewehr.

Gegen 4.30 Uhr schoss der Mann dann vor dem Club um sich. Er tötete den Türsteher, verletzte zwei Gäste und einen Polizisten schwer.

Die Polizei feuerte auf den Angreifer und verletzte ihn lebensgefährlich, der Mann starb später trotz Notoperation im Krankenhaus.

Weitere Gäste der Diskothek erlitten leichte Verletzungen durch Stürze oder standen unter Schock. Zahlreiche Gäste verließen nach den Schüssen das Gebäude in Panik oder verschanzten sich. Nach Angaben der Stadt werden mehrere Gäste psychologisch betreut.

Was ist über den Angreifer bekannt?

Der Angreifer war laut Polizei der Schwager des Disko-Betreibers. Er war 34 Jahre alt, irakisch-kurdischer Herkunft und 1991 als Kind nach Deutschland gekommen. Er lebte hier als anerkannter Asylbewerber.

Er soll wegen gefährlicher Körperverletzung und Drogendelikten vorbestraft, aber seit 2011 nicht mehr aufgefallen sein.

Was war das Motiv des Schützen?

Warum es zu dem Streit kam, war zunächst nicht geklärt. Die Ermittler gehen von einer persönlichen Auseinandersetzung aus, die auf "unsagbare Weise eskaliert" sei. Der Mann habe als Einzeltäter gehandelt.

Einen islamistischen Hintergrund schließen die Ermittler aus.

Welche Waffe hat der Mann benutzt?

Er schoss mit einem G16-Gewehr - einer Kriegswaffe, wie sie das US-Militär verwendet. Die Geschosse, bis zu 800 pro Minute, sind laut Polizei 1000 Meter pro Sekunde schnell. Woher der 34-Jährige die Waffe hatte, ist derzeit nicht bekannt.

Eines der Geschosse hatte einen Polizisten getroffen - war jedoch vom Helm, den der Beamte trug, abgefangen worden.

Wie geht es jetzt weiter?

Etwa 100 Beamte sollen das Drama aufklären. Dazu sucht die Polizei noch Zeugen, die Bilder von der Schießerei gemacht haben.

Am Montag wollen die Behörden die Öffentlichkeit in einer weiteren Pressekonferenz informieren.

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(ll)

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