Messerattacke von Hamburg: Verfolger schildern, wie sie den Täter überwältigen konnten

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HAMBURG
Messerattacke von Hamburg: Verfolger schildern, wie sie den Täter überwältigen konnten | Morris MacMatzen / Reuters
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  • Am Freitag hat ein Mann in Hamburg wahllos auf Menschen eingestochen
  • Einige Männer verfolgten den Mann auf seiner Flucht

Am Freitagnachmittag hat ein Mann in Hamburg-Barmbek in einem Edeka-Supermarkt wahllos auf Menschen eingestochen - ein Mann kam ums Leben, fünf Menschen wurden verletzt.

Der Täter konnte geschnappt werden - und zwar dank dem tatkräftigen Einsatz von Passanten. Als der Täter flüchtete, nahmen mehrere Menschen die Verfolgung auf. Einer davon, der 28-jährige Hamburger Sönke Weber, schilderte dem Nachrichtenmagazin "Spiegel", wie er mit anderen Passanten den Täter stoppte.

Er habe eine Werbetafel aus Plastik genommen und diese in Richtung es Täters geworfen. Gemeinsam mit vier anderen Männern habe er den Flüchtigen dann vor sich hergetrieben, mit Stühlen auf ihn geworfen.

Er stach auf jeden ein, den er erwischen konnte

"Stühle, Steine, Stangen - wir haben uns alles geschnappt, was wir kriegen konnten", sagte Weber dem "Spiegel". Die Männer haben den Mann minutenlang verfolgt, bevor sie ihn überwältigen konnten.

Und dabei haben sich die Männer selbst in große Gefahr begeben. Denn Ahmad A. habe sich immer wieder umgedreht und seinen Verfolgern mit dem Messer gedroht.

Auf seiner Flucht stach A. weiter wahllos auf Menschen ein. Auch Weber sagt, er habe auf jeden eingestochen, den er erreichen konnte.

Die anderen Verfolger haben Arabisch gesprochen, sagt Weber. Sie kommen auch aus dem arabischen Raum, einer soll aus Tunesien kommen, wie der Fernsehsender N24 berichtet.

Er stach auf eine Frau mit Fahrrad ein

Immer wieder hätten die Verfolger Ahmad A. aufgefordert, das Messer niederzulegen. Der Täter habe wohl auch immer wieder entschuldigend die Arme gehoben.

Auf einmal habe A. Weber dann mit den Augen fixiert. Er sei mit dem Messer drohend auf ihn zugekommen, doch die Mit-Verfolger hätten sofort einen Pulk um ihn gebildet und ihn geschützt.

Dann habe A. wohl ein neues Ziel ins Auge gefasst: eine Frau, die ihr Fahrrad neben sich herschob. A. habe auf diese Frau eingestochen. Auch der letzte Stuhl, den die Verfolger noch hatten, hielt den Täter nicht davon ab.

Mit Pflastersteinen schafften es die Verfolger dann, den Flüchtigen in der Nähe eines Döner-Restaurants zu überwältigen. Zivilfahnder der Polizei konnten ihn dann festnehmen.

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