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29/07/2017 00:01 CEST | Aktualisiert 29/07/2017 09:23 CEST

Messer-Angreifer in Hamburg tötet einen Menschen: Was wir wissen - und was nicht

dpa
Messer-Angreifer in Hamburg tötet einen Menschen - das wissen wir über den Täter

  • Ein Mann hat am Freitag in Hamburg wahllos Menschen mit einem Messer angegriffen

  • Was wir über die Tat wissen - und was nicht

Am Freitagnachmittag betritt ein Mann einen Supermarkt in Hamburg-Barmbek. Er greift Kunden wahllos mit einem Küchenmesser an, ein Mann stirbt, mehrere Menschen werden verletzt.

Hier im Überblick, was wir über den Messerangriff wissen - und was nicht.

Was wir wissen:

Der Tathergang

Um 15.10 Uhr greift der Mann Kunden mit einem Messer an.

Der Täter flieht dann und wird verfolgt - von Zeugen der Bluttat und Passanten. Noch bevor die Polizei eintrifft, überwältigen beherzte Verfolger den Täter. Dabei wird ein weiterer Mann, ein 35-Jähriger, verletzt.

Herbeieilende Zivilfahnder der Polizei nehmen den Angreifer schließlich vorläufig fest, der auch leicht verletzt ist.

Die Opfer

Bei dem Toten handelt es sich um einen 50-jährigen Deutschen.

Schnitt- und Stichverletzungen erleiden eine 50-Jährige sowie vier Männer im Alter von 64, 57, 56 und 19 Jahren. "Die Verletzungen sind teilweise schwer", teilt die Polizei mit.

Der Täter

Der Mann ist 26 Jahre alt und wurde in den Vereinigten Arabischen Emiraten geboren, hatte Schutz in Deutschland gesucht und war eigentlich ausreisepflichtig. Das sind die bestätigten Informationen der Polizei.

Wegen fehlender Papiere konnte der Mann bisher nicht abgeschoben werden.

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) erklärte, es mache ihn wütend, "dass es sich bei dem Täter offenbar um jemanden handelt, der Schutz bei uns in Deutschland beansprucht und dann seinen Hass gegen uns gerichtet hat".

Innensenator Grote nannte die Bluttat einen "erbärmlichen Anschlag". "Ich hoffe inständig, dass die zum Teil schwer verletzten weiteren Opfer überleben und wieder vollständig gesund werden", erklärte er.

Was wir nicht wissen:

War der Täter Islamist?

Laut einem Bericht des "Tagesspiegels" handelt es sich bei dem 26-Jährigen um einen Islamisten, der den Behörden bekannt ist.

Der Mann sei ein palästinensischer Flüchtling mit Kontakten in die Salafisten-Szene. Das berichtet auch "Focus Online".

Die Polizei ermittelt bisher in alle Richtungen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur gehen die Sicherheitsbehörden auch Hinweisen auf salafistische Bezüge nach.

Am Samstagmorgen hat die Polizei eine Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil Langenhorn durchsucht. Dort soll der 26-jährige Angreifer gelebt haben.

Was war das Motiv des Täters?

Die Frage nach dem Motiv lässt die Polizei derzeit noch unbeantwortet. Laut Augenzeugen soll der Täter "Allahu Akbar" gerufen haben, also "Gott ist groß". Der arabische Ausruf wird bei islamistischen Attentätern oft verwendet. Scholz sprach von einem "bösartigen Anschlag".

Polizeisprecher Timo Zill bestätigte die Berichte der Augenzeugen bisher jedoch nicht.

Womöglich handelte der Tatverdächtige auch nicht aus ideologischen Gründen. Es gebe auch Anhaltspunkte für persönliche Probleme des Mannes, wie Drogenkonsum. Darüber berichtet unter anderem "Spiegel Online". Dem Nachrichtenportal zufolge lebte der 26-Jährige zuletzt in einem Flüchtlingsheim in Hamburg.

Laut der "Bild"-Zeitung haben Spezialkräfte ein Flüchtlingsheim am Freitagabend gestürmt. Die Zeitung zitiert einen Heimbewohner: "Ahmad war immer sehr nett und höflich". Laut Medienberichten lautet der Name des Tatverdächtigen Ahmad A.

Er soll oft Drogen genommen haben und dann islamistische Parolen gerufen haben, habe die "Bild"-Zeitung erfahren.

Die Behörden wollen am Samstagmittag über den Stand der Ermittlungen informieren.

Mehr zum Thema: Alle Entwicklungen zur Attacke in Hamburg im Live-Blog

Mit Material der dpa.

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