LIVE-BLOG zur Messerattacke in Hamburg: Polizei spricht jetzt von sieben Verletzten

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HAMBURG
LIVE-BLOG: Messer Attacke mit einem Toten in Hamburg - Tatverdächtiger soll bekannter Islamist sein | dpa
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  • Ein Mann hat in Hamburg Passanten mit einem Messer angegriffen, ein Mensch starb dabei
  • Bei dem Angreifer handelt es sich laut Oberbürgermeister Scholz um einen ausreisepflichtigen Ausländer

Ein Mann hat am Freitagnachmittag wahllos Kunden in einem Hamburger Supermarkt mit einem Messer angegriffen. Die Polizei konnte den Tatverdächtigen nach kurzer Zeit festnehmen.

Laut Augenzeugen hat der Mann "Allahu Akbar" gerufen. Die Polizei bestätigte dies zunächst nicht. Der Hintergrund der Tat sowie die Motivlage ist noch unklar.

Bei dem Angriff ist ein Mensch gestorben, sieben weitere wurden laut Polizei verletzt.

Alle Entwicklungen erfahrt ihr hier im News-Blog:

19 Uhr: Gegen den Messer-Angreifer von Hamburg ist Haftbefehl erlassen worden

Der 26-jährige abgelehnte Asylbewerber sitzt nun wegen des Verdachts auf vollendeten Mord sowie fünffachen versuchten Mordes in Untersuchungshaft, wie die Sprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft, Nana Frombach, am Samstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Zum Tathergang oder seinem Motiv habe der Mann keine Angaben gemacht, wohl aber zu seiner Person. Für eine verminderte Schuldfähigkeit hätten sich "keine belastbaren Hinweise" ergeben, sagte sie.

Innensenator Andy Grote (SPD) hatte zuvor gesagt, bei dem Mann gebe es Hinweise auf religiöse Beweggründe und islamistische Motive, aber auch auf eine "psychische Labilität".

17:30 Uhr: Hamburger stehen nach der Tat unter Schock

Am Tatort umgesehen hat sich eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur. Hier lest ihr ihren eindrücklichen Bericht.

16:13 Uhr: Polizei spricht jetzt von sieben Verletzten

Die Polizei hat die Anzahl der verletzten Menschen auf sieben korrigiert. Es stehe nun fest, dass neben den bereits bekannten sechs Verletzten auch eine 29-Jährige im Rahmen des Geschehens leicht verletzt wurde, teilte die Polizei mit. Demnach stürzte die Frau im Rahmen der Auseinandersetzung und zog sich Schürfwunden zu. Zudem erlitt sie einen Schock.

Derweil haben Hamburger Politiker den Tatort besucht:

16:12 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel äußert sich zur Bluttat in Hamburg

14:40 Uhr: Mitbewohner beschreiben Täter als Außenseiter

Nach der tödlichen Messer-Attacke in Hamburg haben sich Mitbewohner des mutmaßlichen Täters schockiert gezeigt. Sie beschrieben den 26-Jährigen, der in einer Container-Unterkunft für Flüchtlinge wohnte, als Außenseiter.

Weiter sagten sie über ihn:

Ein 33 Jahre alter syrischer Nachbar berichtete am Samstag, der mutmaßliche Täter habe oft "Allahu Akbar" über den Flur gerufen. Er beschrieb ihn als "verrückt", Freunde habe er in der Unterkunft nicht gehabt. Die Bewohner hätten ihn nur ab und zu in der Gemeinschaftsküche gesehen.

Er habe viel Alkohol getrunken, Haschisch geraucht und Kokain konsumiert. Früher spielte er demnach oft noch Fußball mit den anderen Bewohnern - in letzter Zeit habe er sein Zimmer aber kaum noch verlassen, erzählt sein Nachbar weiter.

Der Mann habe viel gebetet, auch in eine Moschee sei er gegangen. Welches Gebetshaus das war, wusste der Nachbar nicht. Die Menschen in der Unterkunft erzählten sich, der mutmaßliche Täter von Barmbek sei in Syrien aufgewachsen. Er selbst gab an, Palästinenser zu sein.

14:02 Uhr: Bundesinnenminister Thomas de Maizière äußert sich zur Tat in Hamburg

Auf Twitter schreibt das Bundesinnenministerium: "de Maizière zu schrecklicher Attacke in Hamburg Barmbek: Meine Trauer gilt dem Toten, mein Mitgefühl seinen Angehörigen & den Verletzten."

13:23 Uhr: Peter Tauber lobt mutiges Eingreifen

Der Generalsekretär der CDU, Peter Tauber, hat die Augenzeugen der Bluttat für ihr mutiges Eingreifen gelobt. Auf Twitter schrieb er: "Das mutige Eingreifen von Augenzeugen zeigt: Wir stehen zusammen. Respekt vor allen, die Zivilcourage gezeigt haben."

12:45 Uhr: Täter kam über Norwegen nach Deutschland

Der Täter reiste 2015 über Norwegen nach Deutschland an, meldete sich zunächst in Dortmund und wurde dann über das übliche Asylverteilungsverfahren nach Hamburg geschickt. Dort kam er im März 2015 an. Zwei Monate später stellte er einen Asylantrag, der im November 2016 abgelehnt wurde. Seitdem läuft das Ausreiseverfahren.

12:33 Uhr: Täter wurde im April wegen Ladendiebstahl verhaftet

Nach der Messerattacke werden immer mehr Details über den Täter bekannt:

Der Täter ist der Staatsanwaltschaft Hamburg bekannt.

Er war im April 2017 bereits wegen eines Ladendiebstahls auffällig geworden, das Verfahren wurde damals jedoch mangels Geringfügigkeit eingestellt.

Im europäischen Ausland ist der Angreifer laut aktuellem Kenntnisstand nicht als Krimineller aufgefallen.

Der Angreifer soll ein Einzelgänger gewesen sein.

Weiter sagen die Ermittler über ihn: Er habe eine destabilisierte, verunsicherte Persönlichkeit, leide unter einem Alkoholproblem und sei immer wieder auch in der Flüchtlingsunterkunft, in der er lebte, auffällig geworden.

Aktuell sehen die Ermittler keine Einbindung in die islamistische Szene in Hamburg.
Er wurde in den Vereinigten Arabischen Emiraten geboren, ist Palästinenser.

Der Täter wurde in den Vereinigten Arabischen Emiraten geboren, bezeichnet sich aber als Palästinenser.

12:25 Uhr: Täter wollte Toastbrot kaufen

Kathrin Hennings von der Polizei Hamburg beschreibt nun, wie der Täter im Supermarkt innerhalb weniger Minuten am Freitag gegen 15.10 Uhr ein Küchenmesser mit einer 20 Zentimeter langen Klinge aus der Verpackung riss und anschließend sofort und ohne Vorwarnung einen 50 Jahre alten Mann attackierte und damit auch tötete.

Wenige Minuten zuvor war er bereits schon einmal in dem Edeka gewesen und hatte dort ein Toastbrot gekauft.

12:10 Uhr: Die Tat war islamistisch motiviert

Er bestätigt eine Bezugnahme auf religiöse, islamistische Motive. Der Täter sei zudem psychisch labil gewesen. Was am Ende das Ausschlaggebende war, ist noch nicht klar. Die Tat sei an einem beliebigen Ort willkürlich ausgeführt worden.

12:00 Uhr: Pressekonferenz der Stadt

Die Polizei geht momentan von einem psychisch labilen Einzeltäter aus. Innensenator Andy Grote spricht von einem "willkürlichen, barbarischen Angriff, der die Menschen aus dem Nichts getroffen hat". Grote verurteilt die Tat aufs Schärfste und bedankt sich gleichzeitig bei allen Hamburgern, die maßgeblich zur schnellen Ergreifung des Täters beigetragen haben.

10:55 Uhr: Der Edeka-Markt bleibt geschlossen

Vor dem Edeka-Markt in Barmbek haben Passanten Blumen und Kerzen niedergelegt und aus Teelichtern Peace-Zeichen geformt. Der Supermarkt bleibt geschlossen. Durch ein Rolltor ist die Sicht in den Markt gesperrt. Wenige Meter weiter bringen Unbekannte ihr Mitgefühl zum Ausdruck: "Liebe Angehörige, wir alle sind entsetzt und trauern mit Ihnen", steht auf einem Schild, neben dem Rosen liegen.

hamburg

06:30 Uhr: Flüchtlingsheim in Langenhorn durchsucht

Nach der Messerattacke in einem Hamburger Supermarkt hat die Polizei eine Flüchtlingsunterkunft durchsucht. "Ob wir etwas gefunden haben, können wir zur Stunde nicht bekannt geben", sagte ein Sprecher der Polizei am Samstagmorgen. Der mutmaßliche Angreifer - ein 26-jähriger Mann aus den Vereinigten Arabischen Emiraten - soll demnach in der Unterkunft im Stadtteil Langenhorn gelebt haben.

Details zu den Ermittlungen wollen Innensenator Andy Grote (SPD) und Vertreter der Polizei am Samstag bekanntgeben. Der Angreifer hatte am Freitag nach Polizeiangaben wahllos auf Menschen eingestochen. Ein 50-Jähriger starb, eine 50-jährige Frau und vier Männer (64, 57, 56, 19) wurden verletzt. Ein 35-Jähriger wurde zudem verletzt, als der 26-Jährige überwältigt wurde.

Das Motiv blieb unklar. Die Polizei ermittelte in alle Richtungen.

23:36 Uhr: Polizei beendet Twittern vom Einsatz

Die Polizei beendet ihre Auskünfte via Twitter über den Einsatz. Die Behörden werden am Samstagmittag mehr Details zu den Ermittlungen bekannt geben.

22:39 Uhr: Scholz spricht von "bösartigem Anschlag"

Laut Hamburgs Oberbürgermeister Olaf Scholz (SPD) war der Messer-Angreifer von Hamburg ausreisepflichtig. Der Mann habe nicht abgeschoben werden können, weil er keine Papiere hatte, teilte Scholz am Freitagabend mit.

"Zusätzlich wütend macht mich, dass es sich bei dem Täter offenbar um jemanden handelt, der Schutz bei uns in Deutschland beansprucht und dann seinen Hass gegen uns gerichtet hat", sagte der Politiker weiter.

Scholz sprach von einem "bösartigen Anschlag".

21:15 Uhr: Täter soll palästinensischer Flüchtling sein

Laut Informationen von "Focus Online" soll es sich bei dem Angreifer um den palästinensischen Flüchtling Ahmed al H. handeln. Auch der "Tagesspiegel" berichtet über einen Palästinenser als Täter.

Der Mann soll in der salafistischen Szene in Norddeutschland aktiv gewesen sein, berichtet "Focus Online" weiter. In Hamburg sei er als Drogenkonsument aufgefallen.

Die Polizei dementierte zuvor, bei dem Tatverdächtigen handele es sich um einen Palästinenser. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur gehen die Sicherheitsbehörden auch Hinweisen auf salafistische Bezüge nach.

21:10 Uhr: Polizei berichtet von 6 Verletzten

Bei dem Angriff wurden sechs Menschen verletzt, berichtet die Polizei. Bei dem Verstorbenen handele es sich um einen 50-jährigen Deutschen.

Fünf Menschen erlitten Schnittverletzungen, ein 35-Jähriger verletzte sich, als er half, den Tatverdächtigen zu überwältigen.

Die Verletzungen seien teilweise schwer. Die Personen werden in verschiedenen Krankenhäusern behandelt bzw. operiert.

20:54 Uhr: Polizei informiert über Tatverdächtigen

Bei dem Tatverdächtigen soll es sich um einen Mann handeln, der in den Vereinigten Arabischen Emiraten geboren wurde. Er sei 26 Jahre alt, teilte die Polizei am Freitag weiter mit. Die Staatsangehörigkeit des nach der Tat Festgenommenen werde noch geklärt.

Die Polizei bildete eine Sonderkommission unter Beteiligung der Mordkommission und des Staatsschutzes. Letzterer ist für politisch motivierte Delikte zuständig. "Weiterhin wird in alle Richtungen ermittelt. Dies schließt Ermittlungen des Staatsschutzes ausdrücklich ein", erklärte die Polizei.

20:10 Uhr: Täter soll bekannter Islamist sein

Der Angreifer aus Hamburg soll den Behörden als Islamist bekannt sein. Das berichtet der "Tagesspiegel" unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Bei dem Mann soll es sich demnach um einen Palästinenser handeln, der 1991 in Saudi-Arabien geboren sei.

Die Hamburger Polizei widersprach dieser Information des Berichts. Es handele sich nicht um einen Palästinenser. Weitere Angaben wollte die Sprecherin nicht machen. Es werde in Kürze aber weitere Informationen geben.

"Auch wenn das Motiv noch nicht ganz klar ist, müssen wir offenbar von einem Anschlag ausgehen", sagte ein Sicherheitsexperte dem "Tagesspiegel".

Der Mann soll bei der Attacke religiös gekleidet gewesen sein, habe die Zeitung aus Sicherheitskreisen erfahren.

19:40 Uhr: Edeka spricht Opfern Mitgefühl aus

Der Lebensmittelkonzern Edeka hat allen Opfern und ihren Angehörigen sein "tiefstes Mitgefühl" ausgesprochen. "Wir sind tief betroffen", teilte Edeka am Freitag schriftlich mit.

Den Mitarbeitern des betroffenen Marktes sei umgehend psychologische Hilfe angeboten worden. Edeka dankte allen Einsatzkräften.

18:17 Uhr: Mordkommission übernimmt Ermittlungen

Die Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen. Die Ermittlungen gingen natürlich auch zum Hintergrund des Täters und zu seiner Motivlage, sagte Polizeisprecher Timo Zill am Freitag.

"Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine Einschätzung seriös nicht möglich", sagte er zu einem möglichen Terror-Hintergrund der Tat. Es werde in alle Richtungen ermittelt. Auch Berichte, wonach der Angreifer "Allahu Akbar" gerufen habe, konnte Zill nicht bestätigen.

18:13 Uhr: Augenzeugen berichten

Nun melden sich Augenzeugen zu Wort und schildern, wie sie die schockierenden Szenen erlebt haben.

"Ich habe nur gesehen, als er aus den Gängen raus kam, mit einem riesigen Messer! Ich habe gedacht, ich bin im falschen Film. Ich habe gedacht, jetzt sticht er mich ab. Ich hatte Todesangst!", sagt eine Zeugin. Laut der Frau habe der Tatverdächtige "Allahu Akbar" gerufen.

Auch ein weitere Augenzeuge bestätigt das.

Eine Augenzeugin sagte dem Nachrichtensender "NTV": "Ich stand an der Kasse, als der Täter reinkam. Er hatte ein riesiges Messer dabei. Blutverschmiert. Er war total aufgedreht, fuchtelte mit den Armen umher, als er den Supermarkt verließ."

Mehr zum Thema: "Dann kam der Messerstecher auf uns zu": Augenzeugen schildern schockierende Szenen in Hamburg

18:05 Uhr: Ein Toter, vier Verletzte

Bei dem Angriff in Hamburg ist ein Mensch ums Leben gekommen, vier Menschen wurden verletzt. Das teilte die Polizei auf Twitter mit.

17:00 Uhr: Gebiet abgesperrt

Die Polizei hat das Gebiet abgesperrt. Videos zeigen schwer bewaffnete Einsatzkräfte, die Feuerwehr und Krankenwagen sind vor Ort. Laut Augenzeugen kreisen zwei Hubschrauber über dem Geschehen.

16:30 Uhr: So lief die Attacke ab

Den Polizeiangaben zufolge betrat der Tatverdächtige am Nachmittag den Edeka-Supermarkt. Er soll Kunden unvermittelt mit einem Messer angegriffen haben. "Wahllos, ziellos", so der Polizeisprecher, soll er auf die Menschen eingestochen haben.

Zunächst teilte die Polizei mit, der Tatverdächtige habe den Supermarkt ausrauben wollen. Später nahm sie diese Information zurück.

Der Mann konnte nach dem Angriff flüchten, wurde von Passanten verfolgt und kurze Zeit später überwältigt.

Mit Material der dpa.

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(mf)

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