Warum sich der Chef von Europas größtem Ölkonzern ein E-Auto kaufen möchte

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VAN BEURDEN
Warum sich der Chef von Europas größtem Ölkonzern ein E-Auto kaufen möchte | Benoit Tessier / Reuters
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  • Shell-Chef Ben van Beurden hat angekündigt, sich im September ein E-Auto zu kaufen
  • Der Chef des Ölkonzerns hält den Wechsel zur Elektromobilität für absolut notwendig

Ben van Beurden ist Firmenchef von Royal Dutch Shell, einem der größten Öl- und Erdgas-Unternehmen der Welt. Sinkende Ölpreise machen der Branche seit Längerem zu schaffen, doch Shell konnte in den ersten Monaten des Jahres 2016 seine Umsätze steigern.

Gute Nachrichten also für van Beurden. Eine Ankündigung des Shell-Chefs dürfte allerdings viele Beobachter überraschen. Denn van Beurden will im September von einem Diesel-Auto auf ein E-Auto von Mercedes wechseln. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.

"Der ganze Schritt zur Elektrifizierung der Unternehmen, Elektrifizierung der Fortbewegung in Regionen wie dem Nordwesten Europas, den USA oder sogar in China, ist eine gute Sache", sagte van Beurden im Gespräch mit Bloomberg.

Das sind überraschende Worte für einen Mann, der sein Geld mit fossilen Energien macht. Doch tatsächlich sieht van Beurden die zunehmende Abkehr von Diesel- und Benzinautos positiv.

"Wir brauchen mehr E-Autos"

"Wir brauchen eine wesentlich höhere Anzahl von E-Autos - oder von Wasserstoff- oder Gasfahrzeugen -, wenn wir unter der Zwei-Grad-Grenze bleiben wollen", sagte er. Im Pariser Abkommen haben sich 192 Staaten darauf geeinigt, die globale Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen.

Auch van Beurden hat also die Notwendigkeit erkannt, für die Umwelt zu kämpfen. Zulassungs- und Fahrverbote werden die Wende hin zur Elektromobilität einleiten. Großbritannien will ab 2040 keine Diesel- oder Benzinautos mehr zulassen, Frankreich ebenfalls

Noch ambitioniertere Pläne hat Norwegen. Ab 2025 sollen hier nur noch Elektroautos verkauft werden.

Van Beurden sagte gegenüber Bloomberg, sein Unternehmen stelle sich bereits auf fallende Ölpreise ein. Denn die Nachfrage für fossile Brennstoffe wird wohl zurückgehen.

"Wir müssen uns weiterhin neu erfinden", sagte der baldige E-Auto-Besitzer van Beurden dazu gegenüber Bloomberg.

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(jg)

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