Die Gewalt in Israel eskaliert erneut - Premier Netanjahu fordert Todesstrafe für Terroristen

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BENJAMIN NETANYAHU
Die Gewalt in Israel geht weiter - Premier Netanjahu fordert Todesstrafe für Terroristen | POOL New / Reuters
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  • Am Donnerstag ist die Gewalt in Jerusalem erneut eskaliert, 50 Palästinenser wurden verletzt
  • Der israelische Premier Netanjahu fordert unterdessen die Todesstrafe für Terroristen
  • Für Freitag werden gewalttätige Ausschreitungen erwartet

Wieder ist es am Donnerstag zu heftigen Konfrontationen in Jerusalem gekommen. Palästinenser stießen mit der israelischen Polizei zusammen, mindestens 50 Menschen wurden verletzt.

Eigentlich hatte sich Entspannung in der Tempelberg-Krise abgezeichnet. Israel hatte letzte Kontrollvorrichtungen an den Zugängen des Areals abgebaut.

Die Sicherheitsmaßnahmen hatten vergangenen Freitag zu blutigen Unruhen mit mehreren Toten geführt. Palästinenser fürchteten, Israel wolle damit seinen Einfluss auf dem Tempelberg ausbauen.

Freitag wird ein "Tag des Zorns"

Beim Nachmittagsgebet am Donnerstag eskalierte die Gewalt dennoch erneut. Nach Angaben einer Polizeisprecherin bewarfen Palästinenser Sicherheitskräfte mit Steinen. Der Rote Halbmond teilte mit, Menschen seien durch Gummimantel-Geschosse israelischer Polizisten getroffen worden und hätten Tränengas eingeatmet.

Die Polizei stellte sich für Freitag auf eine neue gefährliche Eskalation der Gewalt auf dem Tempelberg ein. Die Fatah-Organisation des Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas und die im Gazastreifen herrschende radikalislamische Hamas hatten wieder zu einem "Tag des Zorns"aufgerufen.

Mehr zum Thema: Tempelberg-Konflikt: "Die Schwäche von Netanjahu und Abbas ist mitschuld an der Eskalation"

Netanjahu fordert die Todesstrafe

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu fordert unterdessen die Todesstrafe für Terroristen. Der Politiker sagte dies am Donnerstag bei einem Besuch bei trauernden Angehörigen dreier Israelis, die vor einer Woche bei dem Anschlag eines Palästinensers in einer Siedlung im Westjordanland getötet worden waren.

"Ich habe der Familie gesagt, dass es an der Zeit ist, in schwerwiegenden Fällen die Todesstrafe für Terroristen umzusetzen", schrieb Netanjahu zu einem Video des Besuchs bei den Angehörigen, das er auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte.

Die Strafe sei bereits im Gesetz verankert, sagte Netanjahu weiter. "Es ist eine einstimmige Entscheidung der Richter notwendig, aber sie wollen auch die Position der israelischen Regierung wissen." Seine Einstellung als Ministerpräsident sei es, "dass (der Täter) im Fall eines so verabscheuungswürdigen Mordes hingerichtet werden muss - damit er nicht mehr lächelt".

Bisher hat Israel nur in einem Fall die Todesstrafe angewandt: 1962 wurde der deutsche NS-Verbrecher Adolf Eichmann gehängt.

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(jg)

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