Eine neue muslimische Rockergruppe will Islamhass bekämpfen - einer der Gründer soll ein Gefährder sein

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ROCKER
Mitglieder der Rockergruppe MC Gremium (Symbolfoto) | getty
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  • In Mönchengladbach gibt es offenbar eine neue muslimische Rockergruppe
  • Eines der Gründungsmitglieder werde vom Verfassungsschutz beobachtet, berichtet die "Rheinische Post"

In Mönchengladbach gibt es eine neue muslimische Gruppierung. Die Mitglieder tragen Rocker-Outfits und wollen laut eigenen Aussagen ihre "Brüder und Schwestern vor immer größerem Islamhass" schützen. Über die Gruppe berichtete zunächst die "Rheinische Post" am Donnerstag.

Die Gruppierung trägt den Namen "Germanys Muslims M.Gladbach" und besitzt eine Seite beim sozialen Netzwerk Facebook.

Wie groß die Gemeinschaft sei, wisse niemand, berichtet die "Rheinische Post". Es könnte sich dabei also auch nur um eine Aktion im Internet handeln. Allerdings werde einer der Gründer vom Verfassungsschutz beobachtet.

"Germanys Muslims" distanzieren sich von Gewalt

Bekannt sind laut dem Bericht der "Rheinischen Post" zwei Mitglieder. Wie bei einem Rockerclub trage einer den Titel "President" und der andere den Titel "Sergeant".

"Germany Muslims" wäre nicht die erste muslimische Rockergruppe. Mit der türkisch geprägten "Osmanen Germania" und der kurdischen "Bahoz" gibt es zwei äußerst gewaltbereite Gruppen mit muslimischen Mitgliedern.

Auf der Facebook-Seite distanziert sich "Germanys Muslims M.Gladbach" von jeglicher Gewalt. "Wir stehen für ein friedliches Zusammenleben zwischen Muslime und Nichtmuslime in Deutschland", heißt es dort.

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Ein Gründer wird vom Verfassungsschutz beobachtet

Bei dem sogenannten Präsidenten handele es sich um einen konvertierten Deutschen, berichtet die "Rheinische Post". In einem mittlerweile bereits gelöschten Video habe er die Aufgaben seiner Gruppe vorgestellt.

"Könnt ihr die Moschee schützen, wenn mit Steinen geworfen wird?", heiße es in dem Video. Die Gruppe wolle für den Fall der Fälle bereit sein. Die Menschen sollten keine Angst vor ihnen haben, aber Respekt.

Bei der Polizei gelte der "President" nicht als gewaltbereit oder als Islamist, berichtet die "Rheinische Post". Anders sehe es bei dem sogenannten "Sergeant" aus. Ihn zählten die Staatsschützer zu den Gefährdern, bei ihm bestehe also die Annahme, dass er zu einer Straftat von erheblicher Bedeutung fähig sei.

Als das Radrennen Tour de France durch Gladbach geführt habe, habe die Polizei den Mann aus Rheydt vorübergehend festgehalten. So stehe es zumindest auf der Facebook-Seite eines Islamisten, der sich in salafistischen Kreisen bewege.

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