37 Busse mit Afrikanern fahren heimlich über den Brenner - das steckt hinter der Meldung

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BRENNER
Haben tatsächlich in den vergangenen Tagen Hunderte Flüchtlinge den Brenner überquert? | Dominic Ebenbichler / Reuters
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  • Eine Falschmeldung über Flüchtlinge sorgt für Aufregung in den sozialen Netzwerken
  • Darin heißt es, dutzende Busse mit Afrikanern seien am Brennerpass gesichtet worden
  • Die Meldung steht beispielhaft dafür, wie Fake-News entstehen

Machen sich gerade Hunderte Flüchtlinge auf den Weg nach Deutschland? Ganz still und heimlich?

So jedenfalls stellt es ein Österreicher in den sozialen Netzwerken dar.

Die User Helfried behauptet auf Facebook, in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag seien innerhalb einer Stunde "37 Busse mit Schwarzafrikanern über den Brenner gefahren". Einen Tag später seien es 17 Busse gewesen, mit "rund 850 Personen". Weiter wollte er den Eindruck erwecken, dass dies "schon lange so" gehe – und verwies als Quelle auf "Info's von dort".

Doch an den Meldungen vom Brenner ist laut dem österreichischen Innenministerium nichts dran. Auf Anfrage des ARD-Studios Wien erklärte das Ministerium, die Erzählungen seien "weder wahr noch gut erfunden".

Das teilte das Ministerium wenig später auch auf Twitter:

Fake-News made in Skandinavien

Der Pressesprecher des Tiroler Landeshauptmanns sagte: "Es ist auszuschließen, dass es einen solchen Vorfall gegeben hat - so etwas wäre uns natürlich aufgefallen."

Auch der Verkehrs- und Tourismussprecher der österreichischen Grünen teilte einen Post, in dem er noch einmal die geringe Anzahl an Flüchtlingen im Vergleich zu 2015 verdeutlichte.

Wie die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt, sei der Verfasser des Facebook-Posts zu dem Zeitpunkt des angeblichen Geschehens auf einer Kreuzfahrt in Skandinavien gewesen und habe nur das berichtet, was ein Bekannter ihm beschrieben habe.

Vor wenigen Tagen hatte die italienische Regierung angesichts einer "neuen Flüchtlingswelle" Alarm geschlagen und damit gedroht, Schiffe mit Migranten in italienischen Häfen abzuweisen.

Dass es die Migranten allerdings bis über den Brenner schaffen würden, gehört ins Reich der Märchen. Allerdings gibt es genügend Menschen, die genau das glauben wollen - und die Nachrichten über Facebook und Twitter massenhaft verbreiten.

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(ben)

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