Hochwasser in Niedersachsen: Der erste Landkreis ruft den Katastrophenalarm aus

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GOSLAR
In Goslar ĂĽbernimmt jetzt der Katatrophenschutz | dpa
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  • Der Dauerregen verschärft die Lage in Goslar
  • Der Katastrophenstab ĂĽbernimmt die Einsatzleitung im Hochwassergebiet im Harz
  • Hildesheim bereitet eine mögliche Evakuierung vor

Wegen Dauerregens und Überflutungen hat der niedersächsische Landkreis Goslar am Mittwoch Katastrophenalarm ausgerufen. Damit übernehme der Katastrophenschutzstab des Kreises die Einsatzleitung im Hochwassergebiet, teilte der Landkreis am Mittag mit.

Tief "Alfred" setzte einigen Orten in dem Kreis schwer zu. In der Kleinstadt Bad Harzburg wurde der Bahnhof gesperrt. In Goslar selbst traf es die ganze Innenstadt, wo braune Wasserfluten durch die Straßen strömten.

Die Innenstadt wurde laut Polizei gesperrt. Das Hotel Kaiserworth sowie die Seniorenresidenz Theresienhof mussten evakuiert werden. Die Wasserfluten strömten über den Marktplatz. Am Mittag ließ der Regen etwas nach. Viele Schaulustige kamen, um die Wassermassen zu fotografieren.

Die Polizei erhielt UnterstĂĽtzung von 60 Bereitschaftspolizisten.

Hier seht ihr die aktuelle Lage in Goslar im Live-Stream der Stadt:

Goslar: Goslarer Marktplatz und Rathaus

Seit Tagen gehen im Harz und seinen Ausläufern immer wieder Schauer nieder. Zuweilen fiel laut DWD so viel Regen wie gewöhnlich in einem ganzen Monat Juli - und mehr.

→ Der Katastrophenalarm löst einen zuvor genau festgelegten Krisen-Mechanismus aus. Der eingesetzte Katastrophenschutzstab übernimmt die Gesamtverantwortung und übergeordnete Koordination aller Einsätze für das Krisengebiet und fordert weitere Einsatzkräfte oder Materialien an.

Bis auf wenige Ausnahmen trägt das Land dabei die Kosten für das, was einsatzbedingt von diesem Gremium offiziell angefordert wird. Seine Mitglieder wurden schon im Vorfeld bestimmt und für ihre Aufgabe geschult.

Regionen leiden unter dem Dauerregen

►Während des Dauerregens ist in Wernigerode (Sachsen-Anhalt) eine 69-Jährige in der Nähe eines Flusslaufes verschwunden. Die Frau wohne direkt an der Holtemme, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch.

Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Frau am Dienstag in den stark angestiegenen Fluss gefallen ist. Die 69-Jährige wurde bis zum Mittag noch nicht gefunden.

► Auch in Hildesheim behielten sich die Einsatzkräfte die Möglichkeit einer Räumung eines Wohngebiets vor.

"Bisher halten unsere Dämme. Wir sind hier aber nach wie vor auf alles vorbereitet. Auch auf eine Evakuierung", sagte ein Sprecher der Feuerwehr in Hildesheim. Sollte geräumt werden, wären laut Stadt 1100 Menschen betroffen.

► Dauerregen und teils kräftige Böen führten in Mecklenburg-Vorpommern vereinzelt zu Schäden. Ein Campingplatz in Hohenkirchen wurde überschwemmt. Auf Straßen gab es wegen des Wetters lange Autokolonnen.

► In Greifswald stürzte am Dienstag ein Baugerüst um und beschädigte vier Autos. Bei einem Unfall bei Dauerregen auf der Insel Rügen wurden zwei Urlauber lebensgefährlich verletzt.

Deutscher Wetterdienst: Es regnet mit Donnerstagmorgen weiter

Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) sind in knapp zwei Tagen in der Mitte Deutschlands - von SĂĽdniedersachsen ĂĽber Teile ThĂĽrigens und Hessens bis nach Nordbayern - mehr als 100 Liter pro Quadratmeter gemessen worden.

Wie der DWD am Mittwoch auf Facebook erläuterte, war bis zum Morgen der Spitzenreiter die Station Seesen am Harz mit 158 Litern.

Es sei "ein breites Regenband, das sich von der Ostsee über die Mitte bis in den Süden zieht. Da dieses Band nach Osten wandert, lässt von Westen her der Regen nach. Aber von der Uckermark bis nach Ostsachsen sowie in Südostbayern regnet es noch bis morgen früh weiter."

(cho)

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