POLITIK
26/07/2017 17:38 CEST | Aktualisiert 26/07/2017 18:53 CEST

Donald Trump will Transgender-Menschen vom Militärdienst aussperren

Jonathan Ernst / Reuters
In mehreren Tweets ließ Donald Trump verkünden, er wolle Transgender vom Militärdienst verbannen. Barack Obama hatte 2016 angeordnet, das Transgender-Verbot zum Juli diesen Jahres aufzuheben

  • In mehreren Tweets ließ Donald Trump verkünden, er wolle Transgender vom Militärdienst ausschließen

  • Barack Obama hatte 2016 angeordnet, das Transgender-Verbot zum Juli diesen Jahres aufzuheben

  • Republikanische Abgeordnete sollen bereits an einem neuen Verbot arbeiten

Und wieder poltert US-Präsident Donald Trump auf seinem Twitter-Account gegen Minderheiten. Heute ließ er in drei Tweets verkünden, dass er Transgender den Militärdienst verwehren wolle.

Nach Unterredungen mit seinen Generälen und Militärexperten wolle er alle wissen lassen, dass die US-Regierung keine Transgender im amerikanischen Militär akzeptiere.

Das Militär müsse sich entschlossen und überbordend auf den Sieg konzentrieren und könne nicht die Bürde der enormen Kosten für Medikamente für Transgender tragen.

Obama hatte Transgender-Verbot aufgehoben

Diese Tweets irritieren umso mehr, als dass Trump am 14. Juni letzten Jahres auf Twitter seine volle Unterstützung für die Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender-Community (LGBT) angekündigt hatte:

Auch Trumps neuer Pressesprecher Anthony Scaramucci hatte bereits im Februar erklärt: "Präsident Trump ist der US-Präsident in der Geschichte, der am meisten für LGBTQ-Rechte ist. Warum steht darüber nichts in den Mainstream-Medien?"

Die Antwort ist nun offensichtlich.

In der US-Armee gilt bislang ein Transgender-Verbot. Allerdings war unter Barack Obama im Juni letzten Jahres angeordnet worden, dieses Verbot mit Wirkung zum 1. Juli 2017 aufzuheben.

"Barrieren, die nichts mit der Qualifikation zu tun haben", dürften nicht länger die Rekrutierung des bestqualifizierten Personals verhindern, sagte der ehemalige Verteidigungsminister Ashton Carter zur Begründung.

Republikaner arbeiten bereits an einem neuen Verbot

Das Pentagon hatte den Termin allerdings zu Beginn des Monats provisorisch aufgehoben, nachdem der Generalstab Ende Juni eine sechsmonatige Verlängerung der Frist beantragt hatte.

Im Hintergrund sollen derweil republikanische Abgeordnete an einem neuen Verbot arbeiten. Besonders stört sie die Anordnung, dass Geschlechtsangleichungen und Behandlungen, die von Transgendern während ihres Militärdienstes in Anspruch genommen werden, vom Verteidigungsministerium bezahlt werden müssen.

Jedoch ist auch innerhalb der republikanischen Partei ein Transgender-Verbot nicht unumstritten. Erst letzte Woche sollen sich 24 moderate Republikaner gegen ein abermaliges Verbot ausgesprochen haben.

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(mf)

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