Mit diesen genialen Ideen bringen Europäer grüne Technologie voran

Grüne Start-ups ändern alles, was wir über Technologie wissen.

Unternehmen mit nachhaltigem Geschäftsmodell boomen – die Gründe dürften klar sein: Regierungen fördern die Branche mit Zuschüssen und Steuererleichterungen; bei den Kunden wird das ökologische Bewusstsein größer. Firmen mit grünem Image sind attraktiver. Und überhaupt steht fest, dass langfristig sämtliche Technologie in diese Richtung driftet – und das auch muss, wenn die Menschheit überleben will.

Weil immer mehr Unternehmen den grünen Sektor besiedeln, fallen die Preise, die Produkte werden immer alltagstauglicher. Diese fünf Start-ups nutzen den Green-Trend voll aus – und sind dabei, unsere Welt zu verändern:

Windkraft für jedermann

green tree

Windräder gehören bereits wie selbstverständlich zum Panorama von Landschaften und Küsten. Darin stecken gigantische Investitionen, der Strom wird in das allgemeine Netz eingespeist. Windenergie in kleinerem Maßstab zu erzeugen – das war bislang höchst unpraktisch. Ändern will das das französische Unternehmen NW (NewWind). Dessen Produkt ist der Wind Tree – eine Turbine, so klein, dass sie in einen Garten passt.

Die Technologie dahinter heißt Aeroleaf. Mit ihr ist es möglich, schon bei einer leichten Brise mit langsamer Geschwindigkeit Strom zu erzeugen – unabhängig von der Windrichtung. Das gefürchtete störende Surrgeräusch entsteht dabei nicht. Je nach Standort und Windgeschwindigkeit kann das Heim-Windrad zwischen 3.500 und 13.500 kWh pro Jahr liefern – genug, um 80 Prozent des Energiebedarfs eines Hauses zu decken. Alternativ ließe sich ein Elektroauto damit über 16.000 Kilometer weit fahren. Als französisches Produkt sieht das Windrad natürlich auch ziemlich gut aus: Es erinnert an eine moderne Skulptur.

Bessere Stadtluft

air of perfection

Wie lässt sich die Luft in unseren Städten verbessern? Mit dieser Frage hat sich das deutsche Unternehmen Green City Solutions lange beschäftigt. Schließlich betrifft das Problem schlechter Luft fast alle Metropolen weltweit. Jährlich sterben nach Erhebungen der Weltgesundheitsorganisation sieben Millionen Menschen an den Folgen von Luftverschmutzung.

Die Lösung sind Pflanzen und Bäume, denn sie haben die einzigartige Fähigkeit, die Luft von Schadstoffen zu filtern. Green City Solutions beschäftigte sich speziell mit Moos. Einige Arten dieses Gewächses sind besonders gut in der Lage, Stoffe wie Ozon in ihrer Biomasse aufzunehmen. In Kombination mit neuester Technologie entstand so der City Tree. Diese Installation in der Größe einer Werbetafel kann praktisch überall in der Stadt aufgestellt werden. Der City Tree hat die Reinigungswirkung von bis zu 275 Bäumen. Innerhalb von 50 Metern senkt er die Luftverschmutzung um 30 Prozent.

Zudem nutzt die Erfindung Technologie des Internets der Dinge, um Daten über die Luftgüte und den Zustand des ‚Baums‘ selbst zu sammeln und zu analysieren. Auch in anderen Umgebungen wendet der Hersteller das Prinzip an. So gibt es bereits eine smogverzehrende Musikschule im polnischen Krakau. Dort ist das Dach mit der speziellen Moossorte bedeckt.

Strom aus dem Bürgersteig

walk this way

Eigentlich ist es verschwendete Energie: Täglich treten unsere Füße Milliarden Male auf den Boden auf – doch damit passiert nichts. Das will der britische Hersteller Pavegen ändern. Er will die Auftrittsenergie sammeln – und dazu Daten, die uns helfen können, unsere Verhaltensmuster so anzupassen, dass die Umwelt davon profitiert. Ein Konzept, das bestens in die Smart City passt.

Mit 150 Installationen weltweit setzt sich die Erkenntnis über das enorme Potential dieser Idee bereits durch. Und so funktioniert es: Tritt ein Fußgänger auf eine der speziell gestalteten Kacheln, versetzt ihr Gewicht einen Generator im Inneren in Drehbewegung. Daraus entsteht Elektrizität, die gespeichert wird. Zudem erhebt jede Kachel dabei Bewegungsdaten über den Fußgängerverkehr. So können Wege effizienter gestaltet werden – ähnlich, wie das bereits beim motorisierten Verkehr angewandt wird.

Aber das ist noch nicht alles: Wer über die intelligenten Bürgersteige geht, soll seinen Beitrag zur Energieerzeugung künftig per Smartphone-App speichern und dafür in einer digitalen Währung verdienen können. Damit lassen sich wiederum die eigenen Energiekosten zahlen. Ein weiterer Beweis, dass Zu-Fuß-Gehen sowohl gut für Menschen als auch für die Umwelt ist.

Ein feiner Zug für die Umwelt

railing against the norm

Zugreisen gelten bereits als deutlich umweltfreundlicher denn Autofahren. Der italienische Hersteller Greenrail konzentriert sich allerdings nicht auf die Züge selbst, sondern auf die Schienen. Genauer: auf Bahnschwellen. Die werden üblicherweise aus gepresstem Beton hergestellt – in ganz Europa sollen rund 350 Millionen Stück verlegt sein. Weil sie leicht verwittern, müssen sie ständig gewartet werden. Weltweit müssen pro Jahr 70 Millionen Schwellen ersetzt werden.

Greenrail hat eine Bahnschwelle entwickelt, die aus Beton, recycelten Autoreifen und Plastik besteht. Das macht sie deutlich haltbarer. Doch das ist noch nicht alles: Verbaut ist darin auch eine kleine Solarzelle und ein System, das sogenannte kinetische Energie erzeugen kann – durch den Druck der Züge, die über das Gleis fahren. Das Konzept ist bereits in 148 Ländern patentiert – und darum wohl bald auf den Schienen der Welt zu finden.

Der besonders smarte Stromzähler

the home front

Der Kampf um eine sauberere Umwelt beginnt zuhause. Dort setzt auch der belgische Hersteller Smappee an – genauer gesagt beim Stromzähler. Smarte Modelle mit Anbindung ans Handy gibt es ja bereits. Auch weil die Energiekosten steigen, finden sie immer höhere Verbreitung. Smappee hat das Modell aber deutlich weiterentwickelt – und nutzt dabei auch das Internet der Dinge.

Der Zähler schickt Informationen über den Energieverbrauch und die Kosten in Echtzeit an eine App. Dazu liefert die Technik Statistiken über den langfristigen Verbrauch und Verbrauchsspitzen, wodurch der Kunde seine Verhaltensmuster besser kennenlernt. Kombinieren lässt sich das Modell mit smarten Steckdosen, wodurch sich aus der Ferne Energiefresser per App abschalten lassen.

Auf die gleiche Weise funktionieren übrigens auch Gas- und Wasserzähler, die zusätzlich bei Lecks in der Leitung warnen können. Das Ergebnis ist enorm: Es winken 30 Prozent Energieeinsparung.

Electrify the World ist eine Initiative von Nissan. Als Pionier im Bereich Elektromobilität glaubt Nissan daran, dass unser jetziges Handeln zu einer nachhaltigeren Zukunft beiträgt.

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