Ihr Weg zum perfekten Gebrauchtwagen

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Beim Gebrauchtwagenkauf steckt der Teufel oft im Detail

Nicht jeder kann sich einen Neuwagen leisten. Und noch viel wichtiger: Nicht jeder will das. Denn schließlich verliert ein neues Auto bereits im ersten Jahr enorm an Wert. Zudem ist ein frischer Gebrauchter oft nicht schlechter als ein Neuwagen. Ein Gebrauchtwagenkauf kann also eine clevere Alternative sein. Dabei gilt es allerdings einiges zu beachten.

Bei der Autosuche bieten sich natürlich Online-Autobörsen an. Hier finden sich sowohl Autos aus privater Hand, als auch von gewerblichen Anbietern. Wenn Sie Wert auf eine Gebrauchtwagengarantie legen, kommt nur ein Kauf beim Händler infrage.

Gut Ding will Weile haben

Planen Sie auf jeden Fall ausreichend Zeit für die Suche ein, denn vergleichen lohnt sich. Die Preise können stark variieren - von Bundesland zu Bundesland, aber auch von der Stadt zum Umland. Der Markt ist riesig, daher sollten Sie bei der Jagd nach Ihrem Traumwagen unbedingt darauf achten, ob die Angebote seriös sind. Preise weit unter Niveau, fehlende Fotos beim Inserat oder merkwürdige Adressangaben des Anbieters? Finger weg!

Probieren geht über studieren

Ist ein seriöser Kandidat auserkoren und das Treffen mit dem Verkäufer arrangiert, stehen Besichtigung und Probefahrt an.
Nehmen Sie am besten viel Zeit und einen kundigen Bekannten mit, empfiehlt das Ankaufsportal "Wir kaufen Dein Auto". Vor der Probefahrt sollte der Wagen nicht warmgefahren sein, denn so können Sie mögliche Probleme beim Kaltstart erkennen. Achten Sie auf verdächtige Geräusche von den Achsen oder Vibrationen im Lenkrad während der Fahrt. Stoßdämpfer und Bremsen wurden bei manchen Gebrauchten bereits stark in Mitleidenschaft gezogen. Ein Austausch kann richtig ins Geld gehen.

Dasselbe gilt auch für die Reifen. Messen Sie im Zweifelsfall nach! Sommerreifen sollten laut ADAC mindestens eine Profiltiefe von drei Millimetern vorweisen, Winterreifen müssen ab vier Millimetern ausgetauscht werden. Ist der Gebrauchte nicht achtfach bereift, sollten Sie das spätestens bei der Preisverhandlung ansprechen. Eine Besichtigung bei Tageslicht ist von Vorteil, um mögliche Schäden am Auto besser erkennen zu können. Hat der Wagen Dellen und Kratzer? Wurde er nachlackiert? Dies könnte ein Hinweis auf einen Unfallschaden sein.

Die Testfahrt sollte durch die Stadt, über das Land und auch auf die Autobahn führen. Jedes Terrain bringt andere Gesichtspunkte zum Vorschein: In der Stadt die Lenkung, bei der Überlandfahrt die Federung, auf der Autobahn den Geradeauslauf. Und selbst wenn alles tiptop ist: Fühlen Sie sich wohl im Wagen? Sitzen Sie gut? Erfüllt er wirklich Ihre Erwartungen?

Gehen Sie ins Detail

Unsaubere Spaltmaße an den Türen oder an der Motorhaube können auf einen Unfall hindeuten. Auch nachträgliche Schweißnähte am Unterboden sind ein Zeichen für eine ausführliche Reparatur. Rost ist bei älteren Fahrzeugen natürlich immer ein Thema. Kontrollieren Sie die Radkästen, die Bereiche um die Türschlösser sowie die Tür- und Schwellerunterseiten.

Auch der Innenraum muss ausführlich überprüft werden. Testen Sie alle technischen Funktionen: Lichter, Blinker, elektrische Assistenten, Klimaanlage. Jeder Knopf und jeder Hebel sollte auch bei einem Gebrauchten noch seinen Zweck erfüllen.

Die wichtigste Faustregel beim Innen- und Außencheck: Der Kilometerstand sollte zu den Abnutzungsspuren passen. Sieht der Wagen verlebt aus und der Kilometerstand liegt deutlich unter 100.000, sollte Sie das stutzig machen. Leider sind Tachodreher keine Seltenheit. Hände weg von solchen Wagen!

Der bürokratische Teil

Wenn nach der Besichtigung und der Probefahrt alle Lichter auf Grün stehen, kommt es zur Abwicklung des Kaufs. Der Preis ist Verhandlungssache und kleinere Mängel, die für Sie hinnehmbar sind, wirken sich hier sofort aus. Sind Sie sich mit dem Verkäufer einig geworden, ist ein Kaufvertrag Pflicht - ein Handschlag ist zur Begrüßung da, aber nicht für den Kaufabschluss. In den Vertrag gehören alle mündlich getroffenen Vereinbarungen, der konkrete Zustand des Wagens, die Mängel und die Sonderausstattungen. Dazu die Namen, Anschriften, Personalausweisnummern und Telefonnummern beider Parteien - Vorlagen gibt es im Internet, zum Beispiel beim TÜV Süd.

Ihr abschließender Blick sollte dann Fahrzeugbrief und -schein gelten. Die Fahrgestellnummer muss mit den Fahrzeugpapieren übereinstimmen. Das Scheckheft sollte Ihnen ausgehändigt werden, damit Sie nachvollziehen können, wann der nächste TÜV fällig ist oder eine Inspektion ansteht. Ganz zum Schluss muss der "neue Alte" natürlich noch bezahlt werden, ohne Quittung dürfen Sie nicht vom Hof fahren. Also: Erst Kaufvertrag, dann Bezahlung gegen Schlüssel, Auto und Papiere. Gute Fahrt!

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