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25/07/2017 19:03 CEST | Aktualisiert 25/07/2017 19:08 CEST

Boris Palmer outet sich als Fan von Christian Lindner - und schickt eine Warnung an die Grünen

Thomas Niedermueller via Getty Images
Boris Palmer beim Parteitag der Grünen

  • Boris Palmer lobt auf Facebook überraschend Christian Lindner

  • Der Grünen-Politiker bezeichnet den FDP-Chef unter anderem als "cool, smart und scharfzüngig"

  • Die Kritik der Facebook-Nutzer ließ nicht lange auf sich warten

In einem Facebook-Post hat der Bürgermeister von Tübingen, Boris Palmer (die Grünen), seinen politischen Kontrahenten Christian Lindner (FDP) überschwänglich gelobt.

Hintergrund war eine Vorlesung Lindners über die Hochschulpolitik und Zukunftsperspektiven junger Menschen an der Universität Tübingen am 19. Juli.

In dem Post schreibt Palmer:

"Lindner hat eine Lücke für die FDP gefunden. Es ist nicht mehr die alte Neoliberale FDP, die er vermarktet. Er ist cool, er ist smart, er ist scharfzüngig, er ist unterhaltsam und er stilisiert sich als vernünftig und unideologisch."

Euphorischer wäre das Lob wohl auch von Lindners Parteikollegen nicht ausgefallen.

Facebook-Nutzer kritisieren Palmer

Von den Qualitäten Lindners wünscht sich Palmer auch mehr in der eigenen Partei.

"Das könnte auch meine Partei versuchen, von den Werten stehen wir den jungen Leuten immer noch näher". Doch er sendet auch eine Warnung an alle Grünen: "So leicht wie es Lindner derzeit hat, sollte man die FDP nicht laufen lassen".

Außerdem stichelt Palmer in seinem Post gegen die "Verbortheit der dogmatischen Linken". Demnach seien "Bullshit" und "neoliberale Kackscheisse" keine Argumente, damit "besorgt man das Geschäft des Gegners".

Die Kritik an Palmers Post ließ nicht lange auf sich warten.

Ein Nutzerin riet dem Tübinger Bürgermeister zu einem Parteiwechsel:

Ein anderer Kommentator begrüßte die freundschaftliche Annäherung beider Parteien, doch wies gleichzeitig darauf hin, dass die FDP mit Lindner nicht nur ein Image verkörpere:

Eine konstruktive Diskussion darüber, ob und wie sich die Grünen neu erfinden könnten, um wieder eine größere Wählerschaft anzusprechen, hat Palmer jedenfalls nicht losgetreten.

Palmer irritiert immer wieder mit seinen Posts

Seit Längerem sorgt Boris Palmer mit seinen Posts auf Twitter und Facebook für Kontroversen – besonders innerhalb seiner Partei.

So wie im Mai, als er ein Bild von mehreren Jugendlichen auf Facebook hochlud und sie des Schwarzfahrens bezichtigte. Dort schrieb er: "Ist es rassistisch, das zu beschreiben? Ist es fremdenfeindlich, sich dabei unwohl zu fühlen?“

Doch auch zu den Vorfällen in Schorndorf, Reutlingen und Böblingen hatte Palmer einen Post parat, in dem er behauptete, Zuwanderer seien in Deutschland überdurchschnittlich kriminell.

Dass die Statistiken dies nicht eindeutig belegen, lässt der Grünen-Politiker jedoch außen vor.

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(ben)

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