Baby Charlie soll bald sterben - jetzt bekommen die Krankenhausmitarbeiter Morddrohungen

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CHARLIE
Seit elf Monaten kämpft Baby Charlie ums Überleben | dpa
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  • Der elf Monate alte Charlie leidet an einer seltenen Erbkrankheit
  • Ärzte sehen keine Chance mehr für ihn, wieder gesund zu werden und wollen die Geräte abschalten
  • Dafür erhalten sie jetzt Morddrohungen

Seit Monaten lässt sich der Leidensweg des elf Monate alten Charlie und seiner Eltern in den Medien mitverfolgen. Denn das kleine Baby aus Großbritannien leidet an der seltenen Erbkrankheit Mitochondriale Myopathie. Die Krankheit führt zu Muskelschwund und irreparablen Hirnschäden - gerade für Kinder ist sie extrem gefährlich.

Charlie kann weder Arme noch Beine bewegen und muss künstlich beatmet und ernährt werden. Bereits vor mehreren Monaten rieten die zuständigen Ärzte dazu, die Maschinen, die für lebensverlängernde Maßnahmen sorgen, auszuschalten. Damit wollten sie verhindern, dass der Junge weiterhin leidet - in ihren Augen gibt es keine Chance mehr, dass Charlie den Überlebenskampf gewinnt.

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Vorsitzender des Krankenhaus verurteilt Morddrohungen aufs Schärfste

Jetzt bekommt das Londoner Krankenhaus, in dem das Baby stationär versorgt wird, deswegen Morddrohungen.

In einem offiziellen Statement schreibt der Vorsitzende des Great Ormond Street Krankenhaus: “Wir können voll und ganz nachvollziehen, dass dieser Fall ein hohes Maß an öffentlichen Interesse auslöst und, dass die Emotionen hochkochen.”

Die Drohungen aber verurteilt er aufs Schärfste und verteidigt seine Mitarbeiter: “Das Lebenswerk unserer Ärzte und Krankenschwestern ist es, sich um kranke Kinder zu kümmern". schreibt er.

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Charlie könnte in den USA experimentell behandelt werden

In den Vereinigten Staaten jedoch sind Ärzte überzeugt davon, das Leben des Jungen retten zu können. Und auch Charlies Eltern tun alles, um ihren Sohn in die USA zu bringen, damit er dort experimentell behandelt werden kann.

Der emotional aufgeladene Fall ist bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gekommen. Dort wurde ebenfalls entschieden, dass die Geräte abgestellt werden sollen.

Charlies Eltern wollen den Kampf jedoch nicht aufgeben. In einer Spendenaktion haben sie bereits 1,5 Millionen Euro gesammelt, um eine Behandlung in den Vereinigten Staaten finanzieren zu können.

Jetzt liegt es am Londoner High Court zu entscheiden, ob Charlie in die USA gebracht werden darf oder nicht.

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(lk)

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