Lage spitzt sich zu - Israels Oberrabbiner ruft dazu auf, Terroristen zu töten

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JERUSALEM
Lage spitzt sich zu - Israels Oberrabbiner ruft dazu auf, Terroristen zu töten | Ammar Awad / Reuters
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  • Ein Oberrabbiner in Israel hat dazu aufgerufen, Terroristen zu töten
  • Man dürfe sie nicht nur verwunden, sagte Jitzhak Josef
  • Anlass war ein Anschlag am Freitag, bei dem ein Palästinenser drei Mitglieder einer jüdischen Familie tötete

Der sephardische israelische Oberrabbiner Jitzhak Josef hat einem Medienbericht zufolge zur Tötung von Terroristen aufgerufen. "Wenn wir wissen, dass ein Terrorist kam, um das jüdische Volk zu verletzen, müssen wir ihn töten, nicht nur verwunden", sagte Josef in seiner wöchentlichen Thorah-Auslegung. Das berichtete die israelische Online-Zeitung "Ynet-News" am Sonntag.

Ein arabischer Terrorist, der zum Töten gekommen sei, dürfe nicht lebend zurückkommen, sagte Josef. Am Freitagabend hatte ein 19-jähriger Palästinenser drei Mitglieder einer jüdischen Familie in der Westbanksiedlung Halamisch getötet. Er war im Anschluss von einem Soldaten außer Dienst überwältigt worden.

Unruhen am Freitag

Der Anschlag folgte auf Unruhen, bei denen am Freitag drei Palästinenser getötet und rund 400 verletzt worden waren. Als Auslöser gilt ein Streit um Metalldetektoren, die Israel am Tempelberg in Jerusalem aufgestellt hatte. Das Plateau ist Muslimen und Juden heilig.

Der Grund war ein Anschlag dreier arabischer Attentäter, bei dem zwei israelische Polizisten getötet worden waren.

Am Samstag kam es in und um Jerusalem vereinzelt zu neuen Konfrontationen. Östlich von Jerusalem erlitt ein Palästinenser tödliche Verletzungen, nach Angaben der israelischen Armee offenbar bei der Explosion eines Sprengsatzes, den er bauen wollte.

"Von einem politischen zu einem religiösen Konflikt"

In den Augen der Palästinenser sind die Metalldetektoren eine unerträgliche Provokation. Sie werten die Kontrollen als Versuch Israels, mehr Einfluss über das Plateau zu gewinnen.

"Wir lehnen die Metalldetektoren ab, weil sie ein politischer Akt unter dem Deckmantel von Sicherheitsmaßnahmen sind, der auf eine Kontrolle der Al-Aksa-Moschee abzielt", sagte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Er warf Israel vor, es wolle eine Wiederbelebung des Friedensprozesses verhindern und "den Konflikt von einem politischen in einen religiösen verwandeln".

Palästina hat daraufhin den diplomatischen Kontakt zu Israel abgebrochen.

Mit Material der dpa.

(jz)

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