Erdogan poltert nach Verschärfung im Türkei-Konflikt gegen Deutschland: "Die Angriffe sind unverzeihlich"

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Erdogan poltert nach Verschärfung im Türkei-Konflikt gegen Deutschland: "Die Angriffe sind unverzeihlich" | Murad Sezer / Reuters
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  • Die Bundesregierung hat ihre Kritik am türkischen Präsidenten verschärft
  • Jetzt kontert Erdogan
  • Er verbitte sich dieEinmischung in innere Angelegenheiten

Im Streit mit Deutschland hat sich der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan jede Einmischung in die inneren Angelegenheiten seines Landes verbeten. Die Türkei sei "ein demokratischer, sozialer Rechtsstaat", sagte er am Sonntag in Istanbul vor seiner Abreise nach Saudi-Arabien. "Niemand hat das Recht, sich in innere Angelegenheiten der Türkei einzumischen."

Seit dem gescheiterten Putsch vor gut einem Jahr hat Erdogan die Inhaftierung tausender türkischer Staatsbürger veranlasst - darunter Journalisten, Richter, Anwälte und Polizisten. Erst vor einer Woche verlängerte das Parlament in Ankara den Ausnahmezustand. So regiert Erdogan weiterhin per Dekret.

Seine Politik wird seit Monaten von Politikern und Menschenrechtsaktivisten stark kritisiert. Unter diesen Umständen erscheint Erdogans Feststellung, ein "demokratischer und sozialer Rechtsstaat" zu sein, absurd.

Deutscher Wahlkampf auf Kosten der Türkei

Die Türkei werde "alles in ihrer Macht Stehende tun", um gegen "Provokateure" im Land vorzugehen, erklärte der Präsident.Deutschen Politikern warf er vor, auf Kosten der Türkei Wahlkampf zu betreiben.

Auch die Berichterstattung zur Lage in der Türkei kritisierte er. Die Angriffe auf die Türkei und insbesondere auf ihn selbst in den Medien seien "unverzeihlich".

Der Präsident betonte allerdings zugleich die "strategische Partnerschaft" zwischen Deutschland und der Türkei. "Wir sind zusammen in der Nato. Wir sind ein Beitrittskandidat der EU", sagte Erdogan. "Es sollten keine Schritte unternommen werden, die diese Partnerschaft überschatten."

"Nichts sollte die Partnerschaft überschatten"

Erdogan verwies erneut auf die Unabhängigkeit der türkischen Justiz. Er betonte zudem, die Berichte, dass gegen deutsche Firmen in der Türkei wegen Terrorunterstützung ermittelt werde, seien "Lügen".

Allerdings gebe es solche Ermittlungen gegen türkische Firmen. Er warf Deutschland ein weiteres Mal vor, Terroristen aus der Türkei Unterschlupf zu bieten, statt diese auszuliefern.

Mehr zum Thema: 7 Schritte zur Türkei-Krise - die Chronik einer angekündigten Eskalation

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(jz)

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