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22/07/2017 11:24 CEST | Aktualisiert 22/07/2017 15:54 CEST

US-Justizminister Sessions soll in der Russland-Affäre gelogen haben - und bringt Präsident Trump jetzt in die Bredouille

Aaron Bernstein / Reuters
US-Justizminister Sessions soll in der Russland-Affäre gelogen haben - und bringt Präsident Trump jetzt in die Bredouille

  • Eine neue Enthüllung in der Russland-Affäre setzt US-Präsident Trump unter Druck

  • Nun soll Justizminister Sessions entgegen seinen Beteuerungen doch mit dem russischen Botschafter über Wahlkampfthemen gesprochen haben

  • Das berichtet die "Washington Post"

Es wird nicht still um die Russland-Affäre von US-Präsident Donald Trump. Kaum ein Tag vergeht, ohne neue Enthüllungen, geheime Gespräche, Lügen. In die soll sich jetzt auch Justizminister Jeff Sessions verstrickt haben.

Laut einem Bericht der "Washington Post" soll Sessions zu seinen Gesprächen mit dem russischen Botschafter in den USA gelogen haben.

Sessions hatte mehrfach betont, mit dem Botschafter Sergej Kisljak nicht über Wahlkampfthemen gesprochen zu haben. Doch jetzt habe Kisljak gegenüber seinen Vorgesetzten angegeben, dass der Wahlkampf bei seinen Treffen mit Sessions im vergangenen Jahr doch Thema war. Das berichtet die "Washington Post" berichtet. Es seien auch solche Themen besprochen worden, die für Moskau wichtig gewesen wären.

Gespräche seien überwacht worden

Die Zeitung beruft sich dabei auf amtierende und ehemalige Regierungsmitarbeiter. US-Geheimdienste hätten die Kommunikation zwischen dem Botschafter und dessen Vorgesetzten überwacht.

Zum fraglichen Zeitpunkt gehörte Sessions, damals noch Senator, Trumps Wahlkampfteam als politischer Berater an. Regierungsbeamte sagten der Zeitung aber auch, dass der russische Botschafter die Begegnungen mit Sessions in seinen Gesprächen mit den Vorgesetzten übertrieben oder falsch dargestellt haben könnte.

Trump ging auf Distanz zu Sessions

US-Geheimdienste beschuldigen den Kreml seit längerem, sich gezielt in den Wahlkampf eingemischt zu haben, um Trump zu helfen und seiner Konkurrentin Hillary Clinton zu schaden.

Mehr zum Thema: Trump und die Mafia: Wie schmutziges Geld aus Russland den Erfolg des heutigen US-Präsidenten ermöglichte

Ein Sonderermittler und mehrere Kongressausschüsse untersuchen, ob es Absprachen zwischen Vertretern aus Trumps Wahlkampflager und Russland gab.

Sessions steht wegen der Russland-Affäre stark unter Druck. In einem Interview mit der "New York Times" ging Trump diese Woche öffentlich auf Distanz zu seinem Justizminister.

Hintergrund ist Sessions' Entscheidung vom März, sich wegen Befangenheit aus den Russland-Ermittlungen des FBI herauszuhalten. Der 70-Jährige hatte sich zu diesem Schritt entschlossen, nachdem seine Treffen mit Kisljak öffentlich geworden waren.

Doch was, wenn sich der Bericht der "Washington Post" als wahr herausstellt? Dann muss Trump eigentlich einen Schritt weitergehen - und sich von Sessions trennen.

Dumm nur, dass er sich dann konsequenterweise auch von Schwiegersohn Jared Kushner verabschieden müsste. Denn der traf neben russischen politischen Offiziellen auch den Bank-Chef Sergej Gorkow. Sonderermittler Robert Mueller untersucht Kushner deshalb.

Die Verstrickungen von hochrangigen Mitarbeitern der Trump-Administration in die Russland-Affäre bringen den US-Präsidenten weiter in Bedrängnis.

Mit Material der dpa.

(jz)

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