Das ist der endgültige Beweis, dass der Thermomix ein Gerät aus der Hölle ist

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THERMOMIX
Der aktuelle Thermomix - die Berichte beziehen sich auf ein Vorgänger-Modell | Thermomix
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  • Der Thermomix ist immer noch ein beliebtes Küchengerät
  • Dabei ist das Gerät nicht nur nervig, sondern auch lebensgefährlich
  • In Australien haben sich 45 Menschen schwer verletzt - und auch in Deutschland gibt es Fälle

Wer heutzutage etwas auf sich hält (und vielleicht ein kleines bisschen spießig ist), strebt nicht mehr nach einem Haus mit Garten, Pool und schickem Auto - sondern vor allem nach einem Thermomix.

Seit mindestens zwei Jahren treibt das Küchengerät, das locker um die 1000 Euro kostet, jedem Lifestyle-Blogger ein Chiasamen-förmiges Leuchten in die Augen. Wer auch nur einem einzigen Lifestyle-Influencer auf Instagram folgt, wird nicht um den Hashtag #Thermomix herum gekommen sein.

Ich habe dem Thermomix schon immer misstraut. Mittlerweile habe ich mehr Fotos von Thermomix-Essensbildern nicht geliked, als ich Fotos von Fitness-Freaks im Fitness-Studio nicht geliked habe.

Ich verstehe einfach nicht, wie man einem Küchengerät so viel Begeisterung entgegenbringen kann. Mein elektrisches Hand-Rührgerät feiert auch niemand ab.

Spätestens als Mitte-20-Menschen begannen, sich auf Partys über Küchenvollautomaten zu unterhalten und Sätze fielen wie: "Im Häckselmodus geht das alles rucki-zucki, supercool" wusste ich:

Der Thermomix ist ein Gerät aus der Hölle.

Der Thermomix hat 45 Menschen schwer verletzt

Ich hatte Recht damit. Und es ist sogar noch viel ernster, als ich gedacht habe.

Der Thermomix ist tatsächlich gefährlich - und das ist so gar nicht lustig.

In Australien hat der Thermomix 45 Menschen schwer verletzt. Während sie das Küchengerät benutzt haben, zogen sie sich starke Verbrennungen zu. Im Internet zeigen sie Fotos ihrer vernarbten Arme und Beine.

Grund für die Verbrennungen soll ein fehlerhafter Dichtungsring gewesen sein, wie die Nachrichtenseite "Spiegel Online" berichtete. Der Ring hält das Essen normalerweise davon ab, in die Höhe zu spritzen.

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In Australien wurden mehr als 105.000 Exemplare des Modells TM 31 verkauft, obwohl sie fehlerhaft produziert wurden. Jetzt hat sich die oberste Vebraucherschutzbehörde des Landes eingeschaltet.

Im nächsten Monat muss sich der Thermomix-Hersteller Vorwerk in Australien vor Gericht verantworten, wie der australische Nachrichtensender 9News berichtet.

Auch ein Mann aus Bayern hat sich schwer verbrannt

Auch deutsche Kunden sind nicht verschont geblieben. Ein Mann aus dem bayerischen Erding hat sich, ebenfalls mit dem Modell TM 31, stark verbrannt, wie das Online-Magazin "Stern" berichtete.

Er wollte sich eigentlich nur eine Karotten-Kartoffel-Suppe zubereiten. Doch als er die Suppe auf höchster Stufe im Thermomix kochte, schoss die Flüssigkeit heraus und verbrannte seinen Körper. Auf den Armen, im Gesicht und auf dem Oberkörper fing er sich Verbrennungen ersten und zweiten Grades ein.

Der Fehler soll bei dem Kunden selbst gelegen haben. Denn anstatt mit dem mitgelieferten Plastikdeckel habe er die Öffnung nur mit einer Porzellantasse abgedeckt.

Trotzdem: Die Verbrennungen zeigen, wie gefährlich das Küchengerät ist. Der Mann war deshalb anderthalb Monate arbeitsunfähig.

Seine Maschine benutzt der Erdinger jetzt nur noch hinter geschlossener Tür in der Speisekammer, wie der "Stern" berichtete.

Die Firma gibt den Kunden die Schuld

Die Thermomix-Firma Vorwerk bezog Stellung: "Wir gehen davon aus, das unser Küchengerät leider auch manchmal falsch verwendet wird", sagte ein Sprecher des Unternehmens.

Bei einfach zu bedienenden Küchengeräten sollten solche schweren Unfälle aber eigentlich nicht passieren. Auch wenn bei Hightech-Küchengeräten natürlich eine größere Gefahr besteht, sie falsch zu verwenden als bei einem guten alten Kochtopf.

Ich habe dem Thermomix ja schon immer misstraut, aber dass er so gefährlich ist, hat selbst mich überrascht. Wer weiß, wie hoch die Dunkelziffer der Verletzten ist. Wer weiß, was sich Menschen wie ich, die sich schon beim Nudeln Kochen verbrennen, damit antun könnten.

Selbst für Kinder sind Messer zum Gemüse schneiden vermutlich sicherer. Ich frage mich außerdem: Gehört es zum Kochen nicht auch dazu, dass man ein bisschen was schnippelt - anstatt den Häcksel-Modus drei anzustellen?

Daher mein Rat: Benutzt lieber einen Kochtopf - bevor ihr euch mit dem Thermomix ins Krankenhaus befördert.

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(ll)

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