"Wagenknecht betet AfD-Parolen nach": SPD-Politiker lehnen rot-rot-grüne Koalition ab

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  • Mehrere SPD-Politiker fordern von Kanzlerkandidat Schulz, eine Koalition mit der Linkspartei auszuschließen
  • Schulz hatte sich bisher alle Optionen freigehalten

Mehrere SPD-Politiker fordern ihren Kanzlerkandidaten Martin Schulz auf, eine Koalition mit der Linkspartei vor der Bundestagswahl auszuschließen.

"Rot-Rot-Grün ist in ostdeutschen Ländern möglich, für die Bundesebene ist es keine Option", sagte der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD, Johannes Kahrs, der "Welt am Sonntag".

Die Linke habe die SPD als Hauptgegner und stehe für keine seriöse Außen- und Wirtschaftspolitik.

Kahrs griff auch die Spitzenkandidatin der Linken, Sahra Wagenknecht, scharf an: "Frau Wagenknecht betet AfD-Parolen nach. Andere westdeutsche Linke stehen den Hamburger Krawallmachern nahe. Mit dieser Partei kann man nicht seriös regieren."

Stegner will für eine möglichst starke SPD kämpfen

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Christian Flisek sagte der Zeitung: "Die Konflikte in einer Regierung aus SPD, Grünen und Linken wären derzeit immer noch zu groß, um Deutschland stabil zu regieren."

SPD-Bundesvize Ralf Stegner mahnte an, für eine möglichst starke SPD zu kämpfen, was Optionen eröffnen würde. "Koalitionsoptionen anzustreben oder auszuschließen, stärkt nur andere Parteien", schrieb der schleswig-holsteinische SPD-Landeschef am Samstag bei Twitter.

Der Chef der SPD-Fraktion in Rheinland-Pfalz, Alexander Schweitzer, sagte der "Welt am Sonntag": "Wenn eine Dreier-Konstellation notwendig wird, bin ich klar für Rot-Grün-Gelb." In seinem Land funktioniere die Ampel wunderbar.

Schulz hält sich alle Bündnisoptionen offen

Laut einer aktuellen Umfrage des Forsa-Instituts hätte eine rot-rot-grüne Koalition derzeit keine Mehrheit im Bundestag. Auch für eine Koalition aus SPD, Grüne und FDP würde es nicht reichen.

SPD-Kanzlerkandidat Schulz hatte vor der Landtagswahl im Saarland ein Bündnis mit der Linken nicht ausgeschlossen. Die Sozialdemokraten erlebten bei der Abstimmung allerdings eine herbe Niederlage. Rot-rot-grün schien sich damit im Bund erledigt zu haben.

Schulz hält sich alle Bündnisoptionen allerdings weiterhin offen. Im Interview mit dem ZDF etwa konnte ihn Moderator Claus Kleber kürzlich bei der Frage nach einem Bündnis mit der Linkspartei nicht zu einer eindeutigen Antwort bewegen.

Mit Material der dpa.

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(ks)

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