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21/07/2017 17:59 CEST | Aktualisiert 22/07/2017 07:58 CEST

Nach Streit mit US-Präsident: Trumps Pressesprecher Sean Spicer wirft hin

Jonathan Ernst / Reuters
Nach Streit mit US-Präsident: Trumps Pressesprecher Sean Spicer tritt zurück

  • Sean Spicer, Pressesprecher von US-Präsident Trump, ist am Freitag zurückgetreten

  • Grund soll ein Streit mit Trump um die Ernennung eines neuen Kommunikationsdirektors sein

  • Neue Sprecherin von Trump wird die bisherige stellvertretende Pressesprecherin Sarah Huckabee Sanders

Der Pressesprecher von US-Präsident Donald Trump, Sean Spicer, ist am Freitag zurückgetreten. Das berichtet die US-Tageszeitung "New York Times".

Grund soll ein Streit mit Trump um eine Personalie sein. Laut der "Times" habe Spicer die Ernennung von Anthony Scaramucci als Kommunikationsdirektor abgelehnt. Trump hatte Scaramucci am Vormittag den Job angeboten.

Spicer habe den Präsidenten daraufhin gewarnt, die Ernennung sei ein "kapitaler Fehler". Laut den Berichten der "Times" und dem US-Sender ABC News habe Trump seinen Pressesprecher nicht um den Rücktritt gebeten.

Spicer wird bis Ende August Trumps Pressesprecher bleiben. Nachfolgen soll ihm die bisherige stellvertretende Pressesprecherin Sarah Huckabee Sanders.

Angespanntes Verhältnis von Spicer und Scaramucci

Das Verhältnis zwischen Spicer und Scaramucci gilt als belastet. Scaramucci gilt auch als Gegenspieler von Trumps Stabschef Reince Priebus. Spicer und Priebus kommen aus dem Parteigefüge der Republikaner, der Investor Scaramucci ist wie Trump ein Außenseiter und kommt aus dem Dunstkreis der Wall Street.

Scaramucci ist ein wohlhabender Finanzier und Politstratege, der bislang für die Export-Import-Bank der USA arbeitete. Früher war er für das Investmenthaus Goldman Sachs tätig, dem zahlreiche führende Figuren in Trumps Administration, wie etwa Wirtschaftsberater Gary Cohn und Finanzminister Steven Mnuchin entstammen.

Scaramucci war auch in der Übergangsphase nach der Wahl und vor der Amtseinführung Trumps für dessen Team tätig.

Der Posten des Kommunikationsdirektors im Weißen Haus war seit Mai dieses Jahres nicht mehr besetzt. Zuvor hatte ihn bis zu seinem Ausscheiden Michael Dubke inne.

Gerüchte über Spicers Ende als Pressesprecher

Sean Spicer war vom ersten Tag der Amtsübernahme Trumps an umstritten. Er hatte sich am Tag nach der Amtseinführung des Präsidenten einen heftigen Streit mit Journalisten über die Zahl der Besucher bei der Zeremonie vor dem Kapitol in Washington geliefert.

In den sechs Monaten seiner Zeit als Sprecher des Weißen Hauses kam es immer wieder zu heftigen Wortgefechten mit Journalisten. Spicer wurde zu einer Galionsfigur der Trump-Regierung.

Seit Längerem sind Gerüchte im Umlauf, Trump habe Spicer ersetzen wollen. Der Pressesprecher hatte sich in der Vergangenheit Fehler geleistet.

Im April etwa verglich er den syrischen Machthaber Baschar al-Assad mit Adolf Hitler - um zu sagen: "Nicht einmal jemand so verabscheuungswürdiges wie Hitler ist so weit gesunken, chemische Waffen einzusetzen." Die Äußerung sorgte für Spott.

Zudem wurden seine Auftritte immer seltener. Spicers Stellvertreter übernahmen Pressekonferenzen im Weißen Haus.

Mehr zum Thema: Trumps Dobermann: Wie Sean Spicer sich einen fatalen Fehler nach dem anderen leistet

Mit Material der dpa.

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(ks)

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