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21/07/2017 22:01 CEST | Aktualisiert 22/07/2017 08:10 CEST

Spean Spicer tritt zurück - das sind die 7 absurdesten Auftritte von Trumps Pressesprecher

Jonathan Ernst / Reuters
Die 7 absurdesten Auftritte von Trumps zurückgetretenem Pressesprecher Sean Spicer

  • Sean Spicer ist als Pressesprecher des Weißen Hauses zurückgetreten

  • Knapp sechs Monate war er im Amt - bizarre Momente lieferte er reichlich

  • Hier sind die sieben absurdesten Auftritte

Es waren sechs turbulente Monate für Sean Spicer. Der Pressesprecher von US-Präsident Donald Trump ist am Freitag schließlich zurückgetreten.

Bis Ende August wird er seine Position weiter ausführen, danach wird auf ihn die bisherige stellvertretende Pressesprecherin Sarah Huckabee Sanders folgen.

Spicers Rücktritt war ebenso chaotisch wie viele seiner Momente vor der Presse in den vergangenen Monaten. Oft wurde er verspottet. So fand zum Beispiel die Schauspielerin Melissa McCarthy als Spicer-Parodistin in der Comedy-Sendung "Saturday Night Live" so etwas wie eine Paraderolle.

Hier sind die sieben denkwürdigsten Momente von Spicer.

1. Die erste Lüge

Spicer begann seine Arbeit mit einer Unwahrheit. "Das war das größte Publikum, das es jemals bei einer Amtseinführung gab. Punkt. Das galt sowohl für die Menschenmenge am Kapitol als auch für die Zuschauer weltweit", sagte er über die Zuschauerzahl bei Trumps Amtseinführung.

Aufnahmen zeigten jedoch: Das stimmt so nicht. Viele Stellen vor dem Kapitol, wo Donald Trump seine Antrittsrede hielt, blieben frei. Der Antrittsrede seines Vorgänger Barack Obama lauschten mehr Menschen.

2. Das unfreiwillige SOS-Signal

Bei einer Pressekonferenz sendete Spicer aus Versehen ein SOS-Signal. Er trug einen Anstecker in Form einer amerikanischen Flagge. Allerdings falsch herum.

Die umgedrehte Flagge gilt - ganz offiziell in den USA - als Signal der Not. Spicer bemerkte den Fehler und drehte die Flagge grinsend um. Natürlich kommentierten Internet-Nutzer diesen Moment allerdings hämisch. Sie hielten das SOS-Signal passend für den Zustand, in dem sich Trumps Präsidentschaft schon zu diesem frühen Zeitpunkt befand.

"Der Sprecher des Weißen Hauses trägt eine umgedrehte US-Flagge, traditionell das Zeichen großer Not...", schrieb ein Journalist.

3. Das Salatblatt

Eine weitere peinliche Szene für Spicer: Im März trat er vor die Presse, viele Journalisten achteten da aber nicht auf seine Aussagen - sondern auf seinen Mund.

Spicer hatte nämlich noch Essen zwischen den Zähnen hängen. Und niemand schien es ihm gesagt zu haben. Das Internet war wieder einmal voll mit Witzen über Spicer - und dem Salatblatt zwischen seinen Zähnen.

4. Der Hitler-Vergleich

Im April griff US-Präsident Trump überraschend Syrien an. Der Machthaber Baschar al-Assad hatte zuvor bei einem Angriff Giftgas eingesetzt. Spicer versuchte, die Entscheidung seines Chefs zu rechtfertigen. Immerhin hatte Trump im Wahlkampf angekündigt, sich außenpolitisch weniger einmischen zu wollen.

Spicers Äußerungen sorgten allerdings für Irritationen:

Er sagte : "Nicht einmal jemand so verabscheuungswürdiges wie Hitler ist so weit gesunken, chemische Waffen einzusetzen."

Auf Nachfrage wollte Spicer erklären, was er damit gemeint hatte - und machte es nur noch schlimmer: "Er (Hitler) hat Gas nicht auf dieselbe Art und Weise gegen sein eigenes Volk eingesetzt, wie es Assad tut. (...) Er hat es in die Holocaust-Zentren gebracht, das ist mir klar. Aber was ich zum Ausdruck bringen will, ist die Art, wie Assad es eingesetzt hat, indem er in die Städte geht und es über den Stadtzentren abwirft."

Mit "Holocaust-Zentren" meinte Spicer Konzentrationslager der Nationalsozialisten.

Der Reaktion der Journalisten sprach Bände.

5. Spicer in den Büschen

Eine wahrlich absurde Episode spielte sich im Weißen Haus nach der Entlassung des FBI-Chefs James Comey zu. Die Entscheidung Trumps kam überraschend. Natürlich wollten Journalisten da Antworten bekommen.

Spicer schien die Sache jedoch zu heikel zu sein. Laut einem Bericht der "Washington Post" habe er sich nach einem Interview zwischen Hecken versteckt. Mehrere Minuten habe er im Dunkeln ausgeharrt.

Ein neues Meme war geboren: Spicer verschwindet in der Hecke.

Die "Washington Post" musste später richtigstellen, dass Spicer sich nicht in den Hecken, sondern nur in deren Nähe aufgehalten habe.

6. Spicer verteidigt "cofveve"

Ende März narrte Trump alle - mit einem Tweet. "Trotz der konstant negativen Presse covfefe", schrieb er. Der US-Präsident hatte den Tweet offenbar zu früh abgeschickt, aber natürlich rätselte die ganze Welt, was "covfefe" bedeuten könnte.

Spicer befeuerte die Spekulationen und sagte bei einer Pressekonferenz: "Der Präsident und eine kleine Gruppe von Leuten wissen genau, was er meint". Das war alles.

Weil Spicer das ohne jedes Schmunzeln vortrug, dachten die anwesenden Journalisten: Spicer will nicht einmal zugegeben, dass die Regierung einen Fehler macht. Und wenn es nur ein Tippfehler ist.

7. Besuch beim Papst

Zuletzt mehrten sich die Berichte, Spicer sei bei Trump in Ungnade gefallen. Eine Meldung schien das zu bestätigten.

Laut einem Bericht des US-Senders CNN, war es der große Wunsch Spicers, bei der Europareise von Trump den Papst zu treffen. Zugelassen wurde er am Ende zur Privataudienz mit dem Oberhaupt der katholischen Kirche jedoch nicht.

Spicer sei äußerst wütend geworden, heißt es. Er habe erst im letzten Moment erfahren, nicht auf der Liste der zugelassenen Personen gestanden zu haben. Regierungsvertreter wiegelten jedoch ab: Trump habe eben nur enge Freunde mit in den Vatikan nehmen können, der Platz sei knapp gewesen.

Für Beobachter schien der Bericht aber gut ins Bild zu passen: Trump gönnte seinem Pressesprecher nicht, den Papst zu treffen.

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(ks)