LIFESTYLE
21/07/2017 11:43 CEST | Aktualisiert 21/07/2017 12:07 CEST

Paar-Probleme: Wenn das Schlafen im gemeinsamen Bett zur Belastung wird

nemke via Getty Images
Schlafprobleme wegen der Beziehung - manchmal kann man etwas dagegen tun

  • Paare teilen sich ein Bett - das ist die Wunschvorstellung

  • Aber was macht man, wenn man nicht gemeinsam schlafen kann

  • Es gibt Lösung - auch abseits der getrennten Schlafzimmer

Ein Paar, ein Bett. Das ist das Bild, das Klischee. In der Regel hinterfragt man es nicht. Als Pärchen liegt man gemeinsam im Doppelbett oder teilt sich die 1,40 Meter breite Matratze und genießt die Nähe.

Alleine schlafen ist doch doof, denkt man. Und dann liegt man mitten in der Nacht wach im Bett.

Sei es, weil er schnarcht oder sie sich hin- und herwälzt. Manchmal kuschelt sie auch wieder ihre kalten Füße unter seine Decke und er geht schon wieder ins Bad. Oder: Er strampelt seine Decke weg und stiehlt dann ihre. Sie kann nur bei offenem Fenster schlafen, er macht es aber nachts wieder zu...

Und irgendwann liegen dann beide wieder im Bett, aber man kann nicht mehr einschlafen. Vielleicht schnarcht der Partner oder träumt laut. Es sind diese Momente, in denen man sich nach seinem eigenen Bett und seinem eigenen Zimmer sehnt.

Schlafstörungen können Beziehungen belasten

Und diese Gefühle sollte man ernst nehmen und am nächsten Morgen auch ansprechen. Denn: "Wenn der eine Partner sich durch den anderen ständig im Schlaf gestört fühlt, kann das die Beziehung belasten", sagt Schwiderski.

Seine These: Der Partner ist für die eigenen Schlafprobleme verantwortlich. Das berichtet die Zeitung "Augsburger Allgemeine".

Getrennte Schlafzimmer sind seiner Meinung nach aber nicht die beste Lösung, weil dadurch die Partner körperlich auf Abstand gehen würden, sagt Schwiderski.

Ein solcher Prozess, ist er erst einmal angestoßen, sei "nur schwer wieder rückgängig zu machen", heißt es im Bericht weiter. Zudem erlaubt die körperliche Nähe dem Experten zufolge eine Kommunikation, die man mit Worten nicht erreichen kann.

Wie Paare ihren gemeinsamen Schlaf verbessern

Die Konsequenz daraus ist aber nicht, dass man aus Liebe zu seinem Partner auf Schlaf verzichten muss. Es gibt verschiedene Lösungsmöglichkeiten, um in einem Bett gemeinsam zu schlafen. Sechs Vorschläge:

  • Ohrstöpsel helfen, wenn der Partner schnarcht oder laut träumt.

  • Unterschiedlich warme Decken lassen einen möglicherweise ruhiger schlafen, wodurch man sich nicht aufdeckt und dann die Decke des Partner stehlen muss.

  • Speziell geformten Kissen helfen manchen, tiefer und somit ruhiger zu schlafen.

  • Socken wärmen kalte Füße und schützen auch den Partner vor kalten Überraschungen in der Nacht.

  • Ein Ausweichzimmer (wie zum Beispiel das Gästezimmer) für den Notfall hilft, dass man zu wichtigen Terminen am nächsten Tagen ausgeschlafen ist.

  • Sex fördert nicht nur die Nähe, sondern auch das Einschlafen.

Zudem sollte sich jeder bewusst machen: "Zweimal in der Nacht kurz aufzuwachen oder 20 Minuten zum Einschlafen zu benötigen ist vollkommen normal und beeinträchtigt auch nicht den Erholungseffekt des Schlafs", sagt Schlafmediziner Thomas Pollmächer der Zeitung "Welt" zufolge.

Sind getrennte Schlafzimmer das Ende?

Und wenn man sich letztlich doch für getrennte Schlafzimmer entscheidet, muss man nicht gleich um die Beziehung fürchten. Es gibt durchaus Experten, die in dieser Entscheidung kein Problem sehen. Ihre Annahme: Wenn man die unterschiedlichen Bedürfnisse des Partners akzeptiert, muss man nicht das Bett teilen.

Mediziner Günther W. Amann-Jennson verweist auf Studienergebnisse, wonach "Paare umso besser schlafen, je mehr Platz sie haben". Sie würden seltener aufwachen und fühlten sich am nächsten Morgen deutlich entspannter.

Experten raten jedoch trotzdem, den Wunsch nach einem eigenen Zimmer zu hinterfragen. Vielleicht fehlt dem Partner eigentlich an anderer Stelle in der Beziehung der Raum sich zu entfalten - und das eigene Bett könnte nur ein Symptom dafür sein. Wer das zu spät erkennt, könnte sich durch den Auszug aus dem Schlafzimmer weiter vom Partner entfernen.

Auch auf HuffPost:

94 Prozent Trefferquote: So berechnet ein Psychologe das Trennungrisiko von Paaren