O.J. Simpson ist bald ein freier Mann: Doch was erwartet ihn draußen?

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O.J. Simpson wird noch 2017 aus dem Gefängnis entlassen

Seinen 70. Geburtstag hat der einstige Football-Star O.J. Simpson Anfang Juli noch hinter Gittern verbracht. Doch schon bald wird er wieder auf freiem Fuß sein: Sein Gnadengesuch wurde am 20. Juli erhört. Im Jahr 2008 wurde der einstige Spitzensportler wegen eines bewaffneten Raubüberfalls zu 33 Jahren Haft verurteilt. Nach dem Minimum seiner Strafe wird er noch dieses Jahr ein freier Mann sein. Doch welches Leben wird der mittlerweile 70-Jährige in Freiheit führen?

Weltweite Faszination

Die preisgekrönte Serie "American Crime Story: The People V. O.J. Simpson" handelt vom Strafprozess gegen O. J. Simpson und gibt es bei Amazon

O.J. Simpson faszinierte schon als Teenager die Massen. Er war der umjubelte Spitzensportler, einer der begnadetsten Football-Spieler aller Zeiten. Doch dann kam der spektakuläre Mordprozess in den 90er Jahren und sein Saubermannimage begann zu bröckeln. Im Jahr 1994 wurden seine Ex-Frau Nicole Brown und ihr neuer Partner Ronald Goldman brutal ermordet. Simpson geriet unter Tatverdacht und wurde wegen Mordes angeklagt. Der Prozess war live im Fernsehen zu sehen - ebenso sein Freispruch, trotz fast erdrückender Beweislast. Amerika und die Welt scheinen seither gespalten: Die eine Seite hält ihn für unschuldig, die andere für schuldig.

Ins Gefängnis kam er schließlich wegen eines bewaffneten Raubüberfalls im Jahr 2007. Er wollte mit Komplizen die Herausgabe von Erinnerungsstücken erzwingen. Simpson selbst zeigte eines bisher nicht: Reue. Eine gewisse Selbstgefälligkeit schwingt auch mit, als seinem Gnadengesuch stattgegeben wird. Fest steht, er wird nach seiner Freilassung zu seiner Familie nach Florida ziehen, das hat er bereits verkündet. Simpson hat vier Kinder, Tochter Sydney (31) und Sohn Justin (28) aus der Ehe mit Nicole Brown sowie Tochter Arnelle (48) und Sohn Jason (47) aus seiner ersten Ehe. Arnelle hat jüngst zu seinen Gunsten ausgesagt. Sorgen um seine Finanzen braucht er sich wohl nicht zu machen...

Braucht er Geld?

An Geldknappheit soll O. J. Simpson nicht leiden. Nach Informationen von US-Medien, soll er seit seinem 65. Lebensjahr jeden Monat von der NFL (National Football League) eine Pension in Höhe von 25.000 US-Dollar (ca. 21.600 Euro) erhalten. Diese darf nicht gepfändet werden, obwohl er den Hinterbliebenen von Nicole Brown und Ronald Goldman 33,5 Millionen US-Dollar (ca. 28,9 Millionen Euro) als Entschädigung zahlen muss. Außerdem soll er in einen privaten Rentenfonds mehrere Millionen eingezahlt haben, die ebenfalls nicht für die Entschädigung verwendet werden können. An seinem Buch "If I Did it" wird er wohl ebenso verdienen. Arm ist der Ex-Sportler also keineswegs.

Zurück nach Hollywood?

Falls er seine Kasse dennoch aufstocken will, sollte er wohl den Weg nach Hollywood meiden. Zwar war er bereits als Schauspieler tätig, wie zum Beispiel in "Die nackte Kanone" (1988), aber neue Engagements dürften ausbleiben. Ihm eine Plattform zu geben, sei fast schon verrückt, erklärte Brent Montgomery, der Amerika-Chef des TV-Netzwerks ITV, wie "Variety" berichtet. Angeblich soll es Angebote geben für eine Reality-Show über seine Freilassung, doch dem Bericht zufolge sollen Agenten und Führungskräfte der Branche dies für zu riskant halten.

Es ist durchaus anzunehmen, dass der 70-Jährige im Herbst nach seiner Freilassung durch die gängigen US-Talkshows und Nachrichtenprogramme tingeln wird. Ihn für einen Job zu bezahlen sei jedoch wegen seines Rufs ein ganz anderes Kaliber. Erschwerend kommt hinzu, dass im Jahr 2016 die Dokumentation "O.J.: Made in America" und die preisgekrönte Miniserie "American Crime Story: The People V. O.J. Simpson" die Zweifel an seiner Unschuld erneuert haben.

Wer will eine Figur mit so einem zweifelhaften Ruf für sein Unternehmen engagieren? Ganz gleich ob Fernsehen, Film oder Werbung - gut möglich, dass es ruhig um O.J. Simpson bleibt. Wie groß die Aufregung sein wird, wird sich im Oktober 2017 zeigen. Er könnte aber ein zweites Buch über seine Zeit im Knast verfassen.

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