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20/07/2017 17:06 CEST | Aktualisiert 20/07/2017 17:42 CEST

Auswärtiges Amt verschärft wegen Türkei-Krise Reisehinweise - das müssen Urlauber jetzt wissen

Murad Sezer / Reuters
A holidaymaker cools herself at a public beach in the Aegean town of Kucukkuyu, western Turkey, August 7, 2010. The hot weather across Turkey is expected to last 10 more days as temperatures rise above seasonal norms by 6-8 degrees Celsius in most parts of the country. Picture taken August 7 2010. REUTERS/Murad Sezer (TURKEY - Tags: SOCIETY ENVIRONMENT TRAVEL)

  • Das Auswärtige Amt hat die Reisehinweise für die Türkei verschärft

  • "Erhöhte Vorsicht" sei geboten, eine Reisewarnung wurde allerdings noch nicht ausgesprochen

  • Was konkret bedeutet dies nun für Türkei-Urlauber?

Das Auswärtige Amt hat als Reaktion auf die Verhaftung des Menschenrechtlers Peter Steudtner die Reisehinweise für die Türkei verschärft. Das teilte Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) am Donnerstag in Berlin mit.

Das Außenamt rät Türkei-Reisenden nun zu “erhöhter Vorsicht”. Jeder Deutsche, der sich in der Türkei aufhalte, sei in der Gefahr, verhaftet zu werden.

Bislang galt dies nur für bestimmte Personengruppen, nun für alle Deutsche. Was müssen Reisende in die Türkei nun bedenken?

Reisende sollen sich beim Konsulat melden

In den neuen “Aktuellen Hinweisen” heißt es auf der Seite des Auswärtigen Amts nun, privat oder geschäftlich Reisende in der Türkei werde “zu erhöhter Vorsicht geraten und empfohlen, sich auch bei kurzzeitigen Aufenthalten in die Listen für Deutsche im Ausland bei Konsulaten und der Botschaft einzutragen”.

Mehr zum Thema: "Neuausrichtung der Türkei-Politik": Gabriel macht ernst - ein bisschen

Grund dafür sei, dass “in einigen Fällen Deutsche von freiheitsentziehenden Maßnahmen betroffen” gewesen seien, “deren Grund oder Dauer nicht nachvollziehbar war”. Teilweise sei der konsularische Zugang “entgegen völkerrechtlicher Verpflichtung” verweigert worden.

Urlauber können Reisen bisher nicht kostenfrei stornieren

Für die Gewährung kostenfreier Stornierungen oder Umbuchungen sehen Veranstalter bisher aber keinen Anlass.

“Die Reisen für die Urlauber finden wie gebucht statt”, stellte der DRV klar. Für Stornierungen und Umbuchungen gälten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Veranstalter.

Die großen Reiseveranstalter Tui Deutschland und Thomas Cook (Neckermann Reisen, Öger Tours) schlossen sich der Beurteilung an.

Auch die Reiserücktrittsversicherung übernimmt die Stornierungskosten nicht. Verbraucherschützer forderten die Reiseveranstalter allerdings zu Kulanz bei Umbuchungen auf.

Können Urlauber in der Türkei umbuchen?

Wer sich schon in der Türkei befindet und seinen Urlaub umbuchen oder abbrechen möchte, muss selbst für die Kosten der Rückreise aufkommen. Die Reiseanbieter sind nicht dazu verpflichtet, die Kosten zu übernehmen.

Reisehinweise veröffentlicht das Auswärtige Amt im Internet für jedes Land und aktualisiert sie regelmäßig. Die schärfere Stufe ist allerdings eine Reisewarnung, bei der es um eine konkrete Gefahr für Leib und Leben geht: Deutsche, die in dem betroffenen Land leben, werden dann gegebenenfalls zur Ausreise aufgefordert; Urlauber können gebuchte Reisen leichter stornieren.

Erst also wenn das Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausspräche, wären die Veranstalter dazu verpflichtet die Stornierungskosten oder Rückreise- und Umbuchungskosten zu übernehmen. Da in diesem Fall höhere Gewalt vorliegt, die die Urlauber dazu berechtigt, den Reisevertrag aufgrund der Gefahr zu kündigen.

Das müssen Urlauber in der Türkei beachten

Das Auswärtige Amt weist außerdem darauf hin, dass noch bis 19. Oktober der Notstand gilt. Dies bedeutet, dass kurzfristige Ausgangssperren verhängt, Durchsuchungen vorgenommen und allgemeine Personenkontrollen durchgeführt werden können.

Weiterhin empfiehlt das Auswärtige Amt wie bisher, politische Veranstaltungen und größere Menschenansammlungen zu meiden.

Reisewarnungen gelten derzeit für Afghanistan, Libyen, Syrien, Irak, Jemen und Somalia sowie den Gaza-Streifen in den Palästinensischen Gebieten. Teilreisewarnungen für die Türkei für die Grenzgebiete zu Syrien und zum Irak.

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Mit Material der dpa.

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