POLITIK
20/07/2017 09:11 CEST

Unheilvolle Allianz: Neonazi-Gruppen bestätigten Teilnahme an G20-Protesten

dpa
Unheilvolle Allianz: Neonazi-Gruppen bestätigten Teilnahme an G20-Protesten

  • Militante Linksextremisten gelten als Verursacher der Krawalle während des G20-Gipfels

  • Nun bestätigten mehrere rechtsextreme Gruppen, an den Protesten teilgenommen zu haben

Bei den G20-Protesten schien klar: schwarz, vermummt, gewaltbereit - das müssen Linksextreme sein, die Hamburg verwüsten.

Doch Medien und Augenzeugen hatten bereits zuvor berichtet, unter den wütenden Mob hätten sich auch Neonazis und rechte Hooligans gemischt. Diese hatten mit ihrer Teilnahme sogar im Internet geprahlt.

Und tatsächlich bestätigten nun zwei Neonazi-Gruppen, in Hamburg gewesen zu sein. Das berichtet das Nachrichtenportal "Thüringen 24".

Teilnahme mehrerer rechtsextremer Gruppen an G20-Protesten

Gegenüber dem Portal erklärte das rechtsextreme Antikapitalistische Kollektiv (AKK), "mehrere Gruppen" hätten an den Protesten gegen den G20-Gipfel teilgenommen.

Laut dem baden-württembergischen Verfassungsschutz handelt es sich beim AKK um ein in der "rechtsextremistischen Szene neues Phänomen, das sowohl in seinem Auftreten als auch in seiner Agitation Parallelen zur linksautonomen Szene aufweist".

Das Kollektiv lässt offen, ob seine Anhänger an den gewaltsamen Ausschreitungen beteiligt waren. Dem Nachrichtenportal schreibt das AKK: "Die meisten unserer Aktivisten verstehen es, wenn man nach Angriffen der Staatsbüttel nicht mehr friedlich bleibt." Soll heißen: Sie finden es nachvollziehbar, dass Demonstranten Gewalt anwenden, wenn sie sich von der Polizei ungerecht behandelt fühlen.

Ein Mitglied erklärt weiter, dass es in "Anbetracht der systemischen Gewalt, eben insbesondere durch die G20 mit verursacht" verständlich sei, "dass nicht alle nur noch friedlich im vom System gesteckten Rahmen demonstrieren wollten und wollen".

Das Kollektiv ist in sieben Bundesländern aktiv: Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Thüringen.

Journalist hält AKK nicht für ehrlich

Gegenüber "Thüringen24" bestätigte auch die Jugendorganisation der NPD, die Jungen Nationaldemokraten (JN), die Teilnahme an den Protesten. Die JN verrieten nicht, an welchen Aktionen ihre Mitglieder genau teilgenommen haben. Sie distanzieren sich jedoch vom "militanten Protest".

Wohlgemerkt: Die Aussagen der rechtsextremen Gruppen sind nur schwer zu verifizieren. So schreibt Hanning Voigts, Journalist der "Frankfurter Rundschau", auf Twitter: "Dem AKK ist auch zuzutrauen, dass sie lügen, um groß und gefährlich rüberzukommen."

Laut unbestätigten Berichten, waren Mitglieder der Gruppe aber tatsächlich in Hamburg, wie geklebte Sticker belegen - allerdings wurden sie einige Tage vor den Protesten gesichtet.

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(sk)