EZB lässt Leitzins auf Rekordtief von null Prozent

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European Central Bank President Mario Draghi speaks during a news conference following the Governing Council meeting in Tallinn, Estonia, June 8, 2017. REUTERS/Ints Kalnins | Ints Kalnins / Reuters
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  • Die Europäische Zentralbank lässt den Leitzins auf null Prozent
  • Dabei gibt es dringende Forderungen, die Zinsen endlich wieder anzuheben

Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt den Leitzins unverändert auf null Prozent - trotz drängender Forderungen, das zu ändern. Geschäftsbanken knöpft die EZB für das Geldparken nach wie vor 0,4 Prozent Strafzinsen ab.

Zudem steckt die Notenbank noch bis mindestens Ende Dezember 2017 Monat für Monat 60 Milliarden Euro in den Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen. Diesen Kurs bekräftigte der EZB-Rat bei seiner Sitzung am Donnerstag in Frankfurt.

Hoffnung enttäuscht

Die Hoffnung war groß, dass Notenbank-Präsident Mario Draghi am Nachmittag zumindest Andeutungen zu einem Einstieg in den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik machen würde.

Anfang Juni hatte die EZB erste vorsichtige Hinweise gegeben: Die Wachstumsrisiken für den Euroraum seien weitgehend ausgeglichen" statt "abwärtsgerichtet", erklärte Draghi vor sechs Wochen. Zudem strich die EZB die Passage zu möglichen weiteren Zinssenkungen.

Billiges Geld sollte Konjunktur ankurbeln

Mit viel billigem Geld versucht die EZB seit Jahren, der Konjunktur auf die Sprünge zu helfen und die Teuerung anzuheizen. Angestrebt wird Preisstabilität bei einer Inflationsrate von knapp unter 2,0 Prozent - weit genug entfernt von der Nullmarke.

Weil die Zeiten einer Inflationsrate nahe Null vorerst vorbei sind und die Konjunktur im Euroraum wieder besser läuft, wächst der Druck auf die Währungshüter, ihren Anti-Krisen-Kurs zu beenden. Konkrete Schritte erwarten Ökonomen frühestens in der September-Sitzung des EZB-Rates (7.9.). Dann liegen den Währungshütern die neuesten Prognosen der Notenbank zur Entwicklung der Konjunktur und der Teuerungsrate im Euroraum vor.

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